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  • Lohengrin © 2012, Marcus Lieberenz

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  • Lohengrin © 2012, Marcus Lieberenz

    u. a. Ricarda Merbeth

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    Ricarda Merbeth

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    Ricarda Merbeth, Petra Lang

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    u. a. Ricarda Merbeth

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    Klaus Florian Vogt u. a.

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    u. a. Petra Lang

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    Ricarda Merbeth, Albert Dohmen u. a.

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    Albert Dohmen, Klaus Florian Vogt u. a.

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    Gordon Hawkins, Klaus Florian Vogt

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    Petra Lang, Gordon Hawkins

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    Ricarda Merbeth, KLaus Florian Vogt, Albert Dohmen u. a.

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    Klaus Florian Vogt

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    u. a. Klaus Florian Vogt, Bastiaan Everink, Albert Dohmen

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    Klaus Florian Vogt, Ricarda Merbeth

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    u. a. Klaus Florian Vogt

  • Lohengrin © 2012

    Klaus Florian Vogt, Chor der Deutschen Oper Berlin

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    Ricarda Merbeth u. a.

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    Bastiaan Everink, Albert Dohmen, Gordon Hawkins u. a.

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Lohengrin

Richard Wagner (1813 – 1883)

Romantische Oper in drei Akten
Uraufführung am 28. August 1850 in Weimar
Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 15. April 2012

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

4 Stunden 30 Minuten / Zwei Pausen

Einführung: 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts

Zum Inhalt

Wahlkampf in Brabant - Kasper Holten inszeniert Wagners LOHENGRIN als zeitloses politisches Machtspiel: Putin beim Armdrücken und beim Ausgraben einer antiken Amphore, Putin als Pilot eines Löschflugzeugs, nicht zu vergessen das Bild mit dem sibirischen Tiger! Putin beim Tauchen, Klettern, Rennwagen fahren und beim Versuch, eine Bratpfanne zusammenzudrücken. Ob ihm Letzteres gelungen ist, ist nicht dokumentiert, aber darum geht es ja auch nicht. Was zählt ist die Pose, die Inszenierung des Helden. Die damit verbundene Botschaft lautet freilich: Willst Du den strahlenden Sieger an der Spitze des Staates, frage nicht, woher er kam oder wie er die Macht errang, denn er will Dich ins Heil führen. Einige Politiker, die hierzulande am hellsten, am selbstsichersten in die Kameras gestrahlt hatten, sind nicht mehr im Amt, weil wir nach deren Vergangenheit gefragt und unangenehme Wahrheiten ans Licht gezerrt haben. „Erkennt Ihr ihn, so muss er von Euch ziehn“.

Wenn man sich Lohengrin als einen dieser Politiker vorstellt, der die mediale Geste beherrscht und die stärksten Bilder und Legenden bemüht, um einen Heilsmythos um sich aufzubauen, kann man ihn leicht als machtpolitischen Blender begreifen, der seine Chance wittert, in zerrütteten Deutschen Landen einen neuen Staat, ein neues System, eine neue Ideologie zu etablieren. Man kann erstaunlich viele Stellen in Wagners Text und Musik aufspüren, die eine solche Lesart belegen und tragen würden. Nehmen wir beispielsweise das Frageverbot: Elsa schwebt in Lebensgefahr, wird des Mordes an ihrem Bruder Gottfried angeklagt. Lohengrin bietet ihr zwar seine Hilfe an, aber keinesfalls bedingungslos. Bevor er für sie kämpft, schlägt er ihr einen Deal vor: Sie soll ihn heiraten, aber niemals fragen, wer er sei. Selbstverständlich stimmt sie zu, was bleibt ihr anderes übrig? Ein wahrer Held hätte wohl eine andere Reihenfolge gewählt. Auch an anderer Stelle erweist sich Lohengrin als nicht ganz fairer Partner Elsas: Ihre Panik, er könnte sie wieder verlassen, beschwichtigt er: Sie müsse sich keine Sorgen machen, wenn sie sich nur an sein Gebot halte. Wenig später offenbart er, dass er vorhatte, nur ein Jahr zu bleiben, um dann in seine Heimat zurückzukehren. Es ging ihm nicht um die Frau, sondern um die Position, die sie ihm verschaffen konnte. Sein Ziel war das politische Spiel. Elsa war die Bühne, auf der er seinen großen Auftritt hatte. Es war ganz einfach Wahlkampf in Brabant.

Natürlich macht der Hang zum politischen Kalkül Lohengrin nicht per se zum Intriganten vom Schlage eines Jago, diese Rolle kommt eher Ortrud zu, die als Widersacherin des jungen Ehrgeizlings um den Erhalt der alten Ordnung im Staate kämpft – mit ihrem Gatten Telramund an dessen Spitze. Den Schwanenritter als Vollblut-Politiker zu sehen, den man trotz seiner offenkundigen Tricks vergöttert, veranschaulicht aber, dass strategische politische Manipulation oft als notwendige Methode in der Staatskunst wahrgenommen wird. Selbst unverhohlen geheuchelte Demonstration von Standhaftigkeit, Vitalität und Stärke können dem leicht beeinflussbaren Angstbürger weit mehr gelten, als Rechtschaffenheit und utopisches Gutmenschentum.

Man könnte den Medienhelden Lohengrin sympathisch finden und den Machtkampf sportlich, drohte da nicht ein Krieg, ertönten da nicht bereits die verheerenden Schlachtrufe. Angesichts der blutrünstigen Kriegslust, die in Wagners Werk laut wird, und in Anbetracht der Tatsache, dass der Wahlsieger – wer auch immer es nun sein wird – Tausende von Männern in den Krieg führen und Frauen zu Witwen machen wird, angesichts der Verblendung, dass Krieg ein ehrenhaftes Unterfangen, ein würdiges Abenteuer für junge Männer sein könnte, erlahmt sofort jede verharmlosende Geste gegenüber öffentlichkeitswirksamer Irreführung. Wenn nach dem Motto „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“ ein Krieg angezettelt und zum Kampf auf Leben und auf Tod aufgerufen wird, werden Prinzipien vernünftiger politischer Einsicht auf die Probe gestellt, ob es sich nun um einen demokratischen Staat handelt, oder um einen Obrigkeitsstaat, der vorgibt, um das soziale Wohl seiner Bürger besorgt zu sein.

Elsa hat das verstanden. Sie durchschaut Lohengrin, sie hinterfragt ihn, entblößt sein selbstverliebtes Machtstreben, auch wenn sie für ihr Land keine Alternative sieht, auch wenn es Angesichts des Verschwindens Gottfrieds keinen Nachfolger für den Herrscher von Brabant gibt. Will der überführte Held an der Macht bleiben, muss er ernsthafte Absichten entwickeln und sich als selbsternannter Schützer des Volkes oder in anderen Fällen als „lupenreiner Demokrat“ beweisen, denn von nun an steht er unter Beobachtung. Er muss sich ohne den Panzer des Mythos behaupten und dem Charisma des von der fremden Macht Geleiteten entsagen. Und dann schauen wir mal.

Mit freundlicher Unterstützung des Förderkreises der Deutschen Oper Berlin e. V.

Besetzung

Musikalische Leitung

Axel Kober
Donald Runnicles (02.02.2017 | 05.02.2017)

Inszenierung

Kasper Holten

Bühne, Kostüme

Steffen Aarfing

Heinrich der Vogler

Albert Pesendorfer
Günther Groissböck (04.12.2016)

Lohengrin

Peter Seiffert
Klaus Florian Vogt (02.02.2017 | 05.02.2017)

Elsa von Brabant

Annette Dasch
Manuela Uhl (02.02.2017 | 05.02.2017)

Friedrich von Telramund

Wolfgang Koch
John Lundgren (02.02.2017 | 05.02.2017)

Ortrud

Elisabete Matos
Elena Pankratova (02.02.2017 | 05.02.2017)

Der Heerrufer des Königs

Derek Welton
Dong-Hwan Lee (02.02.2017 | 05.02.2017)

1. Brabantischer Edler

Paul Kaufmann
Álvaro Zambrano (17.12.2016)
Robert Watson (02.02.2017 | 05.02.2017)

2. Brabantischer Edler

Andrew Dickinson
James Kryshak (02.02.2017 | 05.02.2017)

3. Brabantischer Edler

John Carpenter

4. Brabantischer Edler

Stephen Barchi