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Hartmut Haenchen

Zur Person

Hartmut Haenchen ist einer der vielseitigsten Dirigenten unserer Zeit und sowohl in der Oper als auch im Konzertleben außerordentlich erfolgreich. Neben neuerlichen Einladungen zu Konzerten bei führenden Orchestern (u. a. Tonhalle Orchester Zürich, Münchner Philharmoniker, Orchestre de Paris, Orchestre Philharmonique de Radio France, Orchestre National de Radio France, Orchestre symphonique de la Monnaie Brussel. Accademia di Santa Cecilia Rom, Königliche Philharmonie Stockholm, Philharmonie Oslo, Helsinki Philharmonic Orchestra, Niederländische ...
Hartmut Haenchen ist einer der vielseitigsten Dirigenten unserer Zeit und sowohl in der Oper als auch im Konzertleben außerordentlich erfolgreich. Neben neuerlichen Einladungen zu Konzerten bei führenden Orchestern (u. a. Tonhalle Orchester Zürich, Münchner Philharmoniker, Orchestre de Paris, Orchestre Philharmonique de Radio France, Orchestre National de Radio France, Orchestre symphonique de la Monnaie Brussel. Accademia di Santa Cecilia Rom, Königliche Philharmonie Stockholm, Philharmonie Oslo, Helsinki Philharmonic Orchestra, Niederländische Philharmonie, Japan Philharmonic Orchestra, Yomiuri Philharmonic Orchestra, Orchestre symphonique de Montréal, Orchestre symphonique de la Monnaie Brussel, WDR) erhielt Hartmut Haenchen weitere Einladungen nach seinen Erfolgen mit SALOME, CAPRICCIO, dem aufsehenerregenden PARSIFAL, Schostakowitschs LADY MACBETH und Bergs WOZZECK an der Opéra National de Paris. In der „Neuen Welt“ feierte er Erfolge in Los Angeles mit Glucks ORFEO, Puccinis LA BOHEME und Mozarts DON GIOVANNI, seine Arbeit in Amsterdam hat er mit TANNHÄUSER, DER FLIEGENDE HOLLÄNDER und DIE SOLDATEN, fortgesetzt und wurde mit einem DER RING DES NIBELUNGEN gekrönt. Im Royal Opera House London feierte er Triumphe mit SALOME und wurde für TANNHÄUSER wieder eingeladen. An der Königlichen Opern in Madrid hat er mit größtem Erfolg LADY MACBETH VON MTZENSK, BORIS GODUNOW und LOHENGRIN dirigiert, FIDELIO wird folgen, an der Scala in Mailand hat er DER FLIEGENDE HOLLÄNDER, in Kopenhagen sowie in Brüssel PARSIFAL jeweils in Neuproduktionen dirigiert.

In Dresden geboren, war Haenchen Mitglied des Dresdner Kreuzchores unter Rudolf Mauersberger und begann bereits mit 15 Jahren als Kantor Konzerte zu dirigieren. Mit der Wiederentdeckung eines Requiem von J.A. Hasse erregte er als 17-jähriger Aufsehen, es wurde seine erste Rundfunkaufnahme und seine Aufnahmeprüfung für die Hochschule für Musik Dresden an der er 1960 bis 1966 Dirigieren und Gesang studierte. Später nahm er an Meisterkursen in Berlin und zum Carinthischen Sommer (Österreich) teil und hospitierte zu den Bayreuther Festspielen bei Pierre Boulez und bei Herbert von Karajan in Berlin. Im damaligen Leningrad studierte er bei Arvid Jansons und Evgeni Mrawinski. Sein erstes Engagement hatte er als Direktor der Robert-Franz-Singakademie und Dirigent der Staatskapelle Halle, wo er mit Händels „Messias“ debütierte. 1971 erhielt er den 1. Preis im „Carl Maria von Weber Wettbewerb“ in Dresden. 1972/73 war Haenchen 1. Kapellmeister an den Bühnen der Stadt Zwickau, wo er neben zahlreichen Konzerten über 10 verschiedene Bühnenwerke leitete. In der gleichen Zeit debütierte er an der Deutschen Staatsoper Berlin mit Mussorgskis BORIS GODUNOW und blieb diesem Haus als ständiger Gast bis 1986 verbunden. Von 1973 bis 1976 war Haenchen Dirigent der Dresdner Philharmonie und seit 1974 auch Leiter des Philharmonischen Chores und gleichzeitig ständiger Gast der Staatsoper Dresden. Von 1976 bis 1979 leitete er in Nachfolge von Kurt Masur und Klaus Tennstedt die Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin und das Staatstheater als Musikdirektor. Anschließend arbeitete er freischaffend mit festen Gastverträgen an der Staatsoper Berlin (fast alle Mozart-Opern, Dessau: LUKULLUS, Wagner: TANNHÄUSER und PARSIFAL, Strauß: FLEDERMAUS, Strauss: CAPRICCIO und zahlreiche Konzerte) an der Komischen Oper Berlin (Reimann: LEAR, Händel: GIUSTINO, Gluck: ORFEO), beim Rundfunk-Sinfonie-Orchester und Rundfunkchor Berlin und an der Staatsoper Dresden (Matthus: Uraufführung zur Eröffnung der Semperoper DIE WEISE VON LIEBE UND TOD DES CORNETS CHRISTOPH RILKE und Strauss: ELEKTRA).

Von 1980 bis 2014 war er Leiter des Kammerorchesters „Carl Philipp Emanuel Bach“, Berlin, mit dem er umfangreiche Schallplatten- und DVD-Produktionen durchführte (die 6 CDs mit Werken von C.Ph.E. Bach wurden mit dem Deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet), zahlreiche Fernsehaufzeichnungen, Festivalkonzerte und Auslandstourneen fanden regelmäßig statt. Die Aufnahme von ORFEO UND EURIDICE erhielt den Preis der Deutschen Schallplattenkritik und eine Gramophone Award Nomination. Weitere Aufnahmen erhielten mehrfach den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Das führende österreichische Klassik-CD-Magazin SCALA (Heft 1/2000) wählte unter den 50 besten Sinfonie-Aufnahmen des Jahrhunderts die von Hartmut Haenchen dirigierte Aufnahme der 4 Orchester-Sinfonien von C.Ph.E. Bach mit seinem Kammerorchester C.Ph.E. Bach. Eine J. Haydn-Edition ist inzwischen erschienen und erhielt ebenfalls mehrere Auszeichnungen. Die letzten Konzerte wurden bei Berlin Classics dokumentiert (C.Ph.E: Bach: „Die letzten Leiden des Erlösers“ und Mozarts drei letzte Sinfonien, eine historische Aufnahme vom Festkonzert zum 25jährigen Bestehen erscheint als DVD.) Die beiden soeben erschienenen Gesamteinspielungen von Wagners RING DES NIBELUNGEN erregten großes Aufsehen und erhielten ebenfalls mehrere Auszeichnungen. Insgesamt liegen unter seiner Leitung mit verschiedenen Orchestern inzwischen über 130 CD und DVD-Aufnahmen hauptsächlich bei Berlin Classics, Capriccio, Naxos, Pentatone, Philips, Sony Classical, Euroarts, Opus Arte und Vanguard vor.

Von 1980 bis 1986 leitete er eine Dirigentenklasse an der Dresdner Musikhochschule und wurde 1985 zum Professor ernannt. Von 1986 bis 2002 war Hartmut Haenchen Chefdirigent der Niederländischen Philharmonie und des Niederländischen Kammerorchesters in Amsterdam. Dieses 1985 gegründete Orchester nahm einen bedeutenden künstlerischen Aufschwung unter seiner Leitung. Sowohl der Kammerorchester-Teil, das Nederlands Kamerorkest, wie auch der sinfonische Teil des Orchesters legten bereits vielbeachtete CDs, darunter die erste Aufnahme der Sinfonie Nr. 5 von Gustav Mahler in SACD, vor und führten verschiedene erfolgreiche Tourneen (JAPAN, USA, DEUTSCHLAND u. a.) durch. Er beendete seinen Vertrag wegen starker finanzieller Reduzierungen mit dem Abschluss des Mahler-Zyklus mit Mahlers VIII. Sinfonie am 10.9.2002. Von 1986 bis 1999 war er Generalmusikdirektor der Niederländischen Oper in Amsterdam. Dort dirigierte er als Chefdirigent: Strauss‘ ELEKTRA, SALOME, ROSENKAVALIER, FRAU OHNE SCHATTEN, Mozarts MITRIDATE, DIE HOCHZEIT DES FIGARO, DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL sowie DIE ZAUBERFLÖTE, Wagners TRISTAN UND ISOLDE (mit dem Concertgebouw-Orchester), PARSIFAL, DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG, DER RING DES NIBELUNGEN, Verdis DON CARLOS, Bartoks BLAUBART, Mussorgskis BORIS GODUNOW, Berlioz‘ LA DAMNATION DE FAUST, Glucks ORPHÉE, ALCESTE, Schostakowitschs LADY MACBETH, DIE NASE, Strauß‘ FLEDERMAUS, Saint-Saëns‘ SAMSON, Puccinis LA BOHEME, Tschaikowsks: MAZEPPA, ONEGIN und Bergs WOZZECK und LULU. Nach der integralen Aufführung des Ringes 1999 veränderte er an diesem Hause seine Position in die des ersten Gastdirigenten. In dieser Funktion dirigiert und dirigierte er die Premieren und Vorstellungen von ALCESTE, MEISTERSINGER, TANNHÄUSER, DER FLIEGENDE HOLLÄNDER, der soeben mit großem Beifall der Kritik als DVD erschienen ist und den integralen RING DES NIBELUNGEN, CAPRICCIO, KÖNIG ROGER, ONEGIN, TITUS, IDOMENEO und ZAUBERFLÖTE, LEAR (als seine 50. Premiere an der Niederländischen Oper), LULU und DIE SOLDATEN.

Konzert-Gastdirigate führten ihn in fast alle europäischen Länder, darunter auch mehrfach zu den Berliner Philharmonikern, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Gewandhausorchester Leipzig, den Münchner Philharmonikern und dem Concertgebouw Orchester Amsterdam. Über dreißig Mal gastierte er in Japan. 1988 debütierte er mit großem Erfolg in den USA und Kanada und wiederholte diese Erfolge mit neuerlichen Gastspielen. 2011 dirigierte er in China Werke von Gustav Mahler. Am Opernpult gastierte er in Brüssel, Bologna, Wien (mehrfach zu den Festwochen), München (u. a. Opernfestspiele), New York, Los Angeles, Kopenhagen, Madrid, Mailand, Paris, Stuttgart, Tokyo, Warschau (Warschauer Herbst), Genf, Jerusalem und zum Kirishima-Festival in Japan. Im Royal Opera House Covent Garden leitete er ein überaus erfolgreiches Gastspiel der Komischen Oper Berlin und dirigierte die erfolgreiche Premiere der Covent Garden-Produktion von Glucks ORFEO, von der auch eine Video (DVD)-Aufnahme erschienen ist. Eine weitere Premiere mit überwältigendem Erfolg im Royal Opera House war Mozarts MITRIDATE. Beide Premieren wurden mit dem Laurence Olivier Award ausgezeichnet. Es folgte LE NOZZE DI FIGARO und SALOME. Eine Einladung für TANNHÄUSER liegt vor.

Für seine Verdienste wurde Hartmut Haenchen durch die Königin der Niederlande mit der höchsten Auszeichnung geehrt, die erstmals ein Deutscher erhielt: er wurde in den Stand des Ritters im Orden des Niederländischen Löwen erhoben. 2006 verlieh sie ihm die Niederländische Nationalität ehrenhalber. Der Bürgermeister von Amsterdam überreichte ihm den Ehrenpfennig der Stadt Amsterdam für seine Verdienste um die Stadt. Diese Auszeichnung entspricht der Ehrenbürgerschaft in Deutschland. Die Sächsische Akademie der Künste wählte ihn 1998 zum ordentlichen Mitglied und der Bundespräsident Deutschlands verlieh ihm das Bundesverdienstkreuz. 2009 erhielt er den Grand Prix de la Critique, Paris und 2011 den Diapson d'Or für die DVD mit Mahlers 6. Sinfonie. Für seine Verdienste erhielt er den Dr. phil. ehrenhalber.

Sein Buch mit Gedanken über Musik „Zweifel als Waffe“ erregte Aufsehen in der niederländischen Musikwelt. Das Buch „Über die Unvereinbarkeit von Macht und Liebe“ (zweisprachig) über Wagners RING wurde von Publikum und Presse mit Begeisterung aufgenommen und ist bereits in zweiter Auflage vergriffen. In deutscher und niederländischer Sprache ist seine 14-teilige Buchserie „Mahlers fiktive Briefe“ erschienen. Kürzlich erschienen seine gesammelten Aufsätze in zwei Bänden unter dem Titel „Werktreue und Interpretation - Erfahrungen eines Dirigenten“ im Pfau-Verlag Saarbrücken.

Weitere Informationen unter www.haenchen.net