Die Hochzeit des Figaro

[Le nozze di Figaro]

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)

Commedia per musica in vier Akten;
Libretto von Lorenzo da Ponte;
Uraufführung am 1. Mai 1786 in Wien;
Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 14. Dezember 1978

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

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Besetzung

Musikalische Leitung Matthias Foremny
Inszenierung Götz Friedrich
Bühne Herbert Wernicke
Kostüme Herbert Wernicke
Kostüme Ogün Wernicke
Chöre Thomas Richter
Choreographische Mitarbeit Rolf Warter
Conte Almaviva John Chest
Contessa Almaviva Maria Pia Piscitelli
Susanna Heidi Stober
Cherubino Jana Kurucová
Figaro Marko Mimica
Don Basilio Burkhard Ulrich
Don Curzio Paul Kaufmann
Bartolo Stephen Bronk
Marcellina Ronnita Miller
Barbarina Alexandra Hutton
Antonio Seth Carico
1. Contadina Saskia Meusel
2. Contadina Brigitte Bergmann
Chor Chor der Deutschen Oper Berlin
Orchester Orchester der Deutschen Oper Berlin
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Figaro und Susanna, Bedienstete am Hofe des Grafen Almaviva, wollen heiraten und richten sich im Schloss des Grafen die ihnen zugewiesene Wohnung ein. Während Figaro voller Vorfreude das Bett ausmisst, bleibt Susanna misstrauisch. Sie befürchtet, dass der Graf, dessen Liebe zu seiner Frau Rosina längst abgekühlt ist, von seinem »Recht der ersten Nacht« Gebrauch machen werde. Figaro ist außer sich und nimmt sich vor, die Pläne seines Herrn zu vereiteln. Auch bedrückt ihn ein anderes Problem: Aus Geldnot hatte er einst Marcellina, der Haushälterin des Grafen, die Ehe versprochen und wird nun von ihr bedrängt. Inzwischen hat der Page Cherubino Zuflucht bei Susanna gesucht, die im Schlafzimmer der Gräfin mit deren Garderobe beschäftigt ist. Der Graf hatte ihn bei der Gärtnerstochter Barbarina ertappt und entlassen, und Susanna soll nun ein gutes Wort für ihn einlegen. Als der Graf eintritt, um Susanna für sich zu gewinnen, muss er sich verstecken. Da betritt der Musikmeister Basilio die Szene, wenig später Figaro. Die Situation wird immer turbulenter, nur Susanna gelingt es mit Mühe, den Überblick zu behalten. Widerwillig stimmt der Graf zu, der Braut selbst den Schleier anzulegen, nicht ohne im Stillen darauf zu hoffen, dass sich für ihn noch eine Chance findet. Während dessen beklagt die Gräfin die Lieblosigkeit ihres Mannes. Figaro und Susanna wollen ihr helfen und schlagen eine Intrige vor: Der Graf solle eifersüchtig gemacht werden und zugleich einen Denkzettel erhalten. Da die Beteiligten im Verlauf der Ereignisse aber jeweils auch ihre eigenen Wege gehen, geraten die Dinge außer Kontrolle. Nicht nur die Ehe von Graf und Gräfin, sondern auch die Liebe des jungen Paares scheinen gefährdet. Erst viele Verwicklungen später und am Ende eines äußerst missglückten abendlichen Stelldicheins findet man sich wieder zusammen, geläutert und – vielleicht – ein wenig klüger.
DIE HOCHZEIT DES FIGARO, Mozarts erste Zusammenarbeit mit dem Textdichter Lorenzo da Ponte, der später noch die Textbücher zu DON GIOVANNI und COSÌ FAN TUTTE verfassen sollte, basiert auf dem damals ebenso aktuellen wie umstrittenen französischen Lustspiel »La folle journée, ou Le Marriage de Figaro« [1783/84] von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais. Eine Komödie über ein Dienerpaar, das sich erfolgreich gegen seine Herrschaft zur Wehr setzt, war im vorrevolutionären Paris der frühen achtziger Jahre des 18. Jahrhunderts ein unerhörter Skandal. Dass da Ponte es schaffte, das Stück am Wiener Hof durchzusetzen, der ganz und gar nicht daran interessiert war, ein solch aufmüpfiges Spektakel auf die Bühne zu bringen, grenzt an ein Wunder.
Mozart und da Ponte überarbeiteten die Handlung, milderten die gesellschaftliche Brisanz der Charaktere ein wenig und passten die Dramaturgie des Stückes den Bedingungen des Musiktheaters an, ohne dabei die Bedeutung der Vorlage zu verleugnen. Das Ergebnis war eine der vollkommensten musikalischen Komödien der Operngeschichte: Zeitlos in ihrer Menschlichkeit, raffiniert und voller überraschender Wendungen im Aufbau der Handlung und von einem überwältigenden musikalischen Reichtum, der jede einzelne der Figuren in ihrem Verhältnis zu sich selbst wie auch zu den anderen lebendig werden lässt. Die Inszenierung von Götz Friedrich folgt der Mozartschen Vorgabe mit psychologischem Scharfblick, Sinn für das Absurd-Komische in den sich steigernden Verwicklungen und mit dem Verständnis für die menschliche Unvollkommenheit, die Mozart, nie entlarvend, aber immer kritisch analysierend, begreifbar macht.

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Einführung: 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts