Der Ring des Nibelungen - Die Walküre


Richard Wagner (1813 – 1883)

Erster Tag
Ein Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend; Uraufführung am 26. Juli 1870 in München; Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 6. Oktober 1984

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Besetzung

Musikalische Leitung Sir Simon Rattle
Donald Runnicles (09.01.2014)
Inszenierung Götz Friedrich
Bühne, Kostüme Peter Sykora
Siegmund Simon O'Neill
Peter Seiffert (09.01.2014)
Hunding Reinhard Hagen
Wotan Thomas Johannes Mayer
Terje Stensvold (09.01.2014)
Sieglinde Eva-Maria Westbroek
Heidi Melton (09.01.2014)
Fricka Doris Soffel
Daniela Sindram (09.01.2014)
Brünnhilde Evelyn Herlitzius
Linda Watson (09.01.2014)
Helmwige Heidi Melton
Josefine Weber (09.01.2014)
Gerhilde Manuela Uhl
Rebecca Teem (09.01.2014)
Ortlinde Martina Welschenbach
Waltraute Rachel Hauge
Siegrune Dana Beth Miller
Rossweiße Christina Sidak
Grimgerde Ronnita Miller
Schwertleite Ewa Wolak
Orchester Orchester der Deutschen Oper Berlin
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Seit die Götter nach Walhall schritten, hat sich auf, über und unter der Erde viel verändert. Wotan hält es nicht in der allzu teuer erkauften Traum-Burg. Angst treibt ihn um: die Angst vor Alberichs Anschlägen und vor Erdas Warnung. Und Angst, sich entladend in Terror, Krieg, Zerstörung, in den Kampf jedes gegen jeden, ist der herrschende Ausdruck der Zeit geworden, die das große End-Spiel des RING in DIE WALKÜRE erreicht. Wotans Dilemma ist groß. Mit zwei Plänen versucht er, der Furcht zu begegnen, dass sich Alberichs Fluch erfüllt und Erdas Warnung zu früh Wirklichkeit wird. Wie sich die beiden Konzepte Wotans begegnen und durchwirken, wie sie einander aufheben und sich endlich ausschließen, das bestimmt die neue Dramaturgie der WALKÜRE. Mit einer die Intensität des musikalischen Ausdrucks über seine Grenzen treibenden Expressivität werden die Widersprüche aufgerissen, die schließlich den „Fall Wotan“ nachdrücklich als Wotans Fall besiegeln. Der Konflikt zwischen seinem utopischen Konzept und der Bindung an die Gottheit bringt Wotan zu Fall. Der göttliche Anarchist, der die „Revolution von oben“ wollte, scheitert.

„Eines nur will ich noch: das Ende!“ Als sie das vom Vater hört, weiß Brünnhilde selbst noch nicht, wie ernst sie sein Wort nehmen wird, am Ende der Tage, in der GÖTTERDÄMMERUNG. Jetzt, mit Wotan allein, inmitten von Zerstörung und Leere, wird sie Zeuge der Selbst-Zergliederung des Gottes. Im „Monolog mit Brünnhilde“ („mit mir nur rat’ ich, red’ ich zu dir“) wächst Wotan endgültig zum tragischsten Charakter im RING. Hier komprimiert Wagner die „Summe der Intelligenz seiner Zeit“, wie er sie durchlebte und durchlitt, in der unlösbaren Spannung zwischen bewahrendem Wertbewusstsein und revolutionärem Umsturz. Den Fortbestand der Idee im Untergang des einstmals Göttlichen sieht Brünnhilde nun in ihre Entscheidung gelegt. Siegmunds Weigerung, ihr nach Walhall zu folgen, erschüttert die Walküre von Grund auf in allem, was sie bisher dachte, glaubte und tat. Zum ersten Mal sieht sie sich konfrontiert mit einem, der lieber zur Hölle fährt, als ihr zum Trugbild Walhall zu folgen. Und von Sieglinde empfängt sie zum ersten Mal einen Eindruck von Liebe, die kompromisslos herausbricht aus den göttlichen Vorstellungen in das menschliche Leid, auch in dieser Umwelt, wie zu allen Zeiten.

Indem sich Brünnhilde dazu bekennt, wagt sie die Menschwerdung des Göttlichen – wieder einmal, von neuem, auf ihre Weise! Gegen Wotans Befehl versucht sie, Siegmund – freilich vergeblich – zu schützen, will sie Sieglinde und deren ungeborenes Kind retten. Den Ungehorsam straft Wotan grausam. Er verstößt Brünnhilde aus dem Kreis der Elite. Wehrlos soll sie von jedem missbraucht werden, der des Weges kommt. Doch Brünnhilde ist auch Erdas Kind, und sie liebt den Vater. Ihre Idee: ein Feuer soll sie umschließen, überwindbar nur dem, dessen Furchtlosigkeit Freiheit verbürgt. So rettet sie sich ihrer Bestimmung, so rettet sie dem abtretenden Gott die Melancholie der Würde. Hilflos stolz in seinem Schmerz und mit großer Zärtlichkeit entlässt Wotan seine Tochter in das gefährliche Abenteuer der Humanität: „Denn so kehrt der Gott sich dir ab, so küsst er die Gottheit von dir!““ (Götz Friedrich, 1984)

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Einführung: 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts