Der Rosenkavalier


Richard Strauss (1864 – 1949)

Komödie für Musik in drei Aufzügen; Dichtung von Hugo von Hofmannsthal; Uraufführung am 26. Januar 1911 in Dresden; Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 13. Februar 1993

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

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Musikalische Leitung Donald Runnicles
Inszenierung Götz Friedrich
Bühne, Kostüme Gottfried Pilz
Bühne, Kostüme Isabel Ines Glathar
Licht Duane Schuler
Chöre Thomas Richter
Die Feldmarschallin Fürstin Werdenberg Michaela Kaune
Der Baron Ochs auf Lerchenau Albert Pesendorfer
Octavian Elina Garanca
Der Herr von Faninal Markus Brück
Sophie Elena Tsallagova
Jungfer Marianne Leitmetzerin Fionnuala McCarthy
Valzacchi Burkhard Ulrich
Annina Dana Beth Miller
Ein Polizeikommissar Tobias Kehrer
Der Haushofmeister bei der Feldmarschallin Peter Maus
Der Haushofmeister bei Faninal Jörg Schörner
Ein Sänger Matthew Newlin
Ein Notar Stephen Bronk
Ein Wirt Paul Kaufmann
Ein Hausknecht Thomas Lehman
Eine Modistin Alexandra Hutton
Ein Tierhändler Clemens Bieber
Drei Waisen Sabine Dieckmann
Drei Waisen Gabriele Goebbels
Drei Waisen Christa Werron
Die Mutter Satu Louhi
Vier Lakaien Haico Apel
Vier Lakaien Ulrich George
Vier Lakaien Tadeusz Milewski
Vier Lakaien Rüdiger Scheibl
Almosenier Frank Sufalko
Leopold Olli Rantaseppä
Chöre Chor der Deutschen Oper Berlin
Chöre Kinderchor der Deutschen Oper Berlin
Orchester Orchester der Deutschen Oper Berlin
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Die Feldmarschallin Fürstin Werdenberg erwacht nach einer Nacht mit ihrem Geliebten, dem jungen Grafen Octavian von Rofrano. Doch die beiden werden durch Gepolter an der Tür in ihrer Versunkenheit gestört. In letzter Sekunde kann Octavian, als Kammerzofe Mariandl verkleidet, der Entdeckung entgehen. Baron Ochs von Lerchenau ist eingetreten und bittet die Marschallin, ihm für seine bevorstehende Hochzeit mit der bürgerlichen – und reichen – Sophie Faninal einen jungen Adligen zu empfehlen, der nach alter Sitte der Braut am Hochzeitstag eine silberne Rose überreichen solle. Aus einer Laune heraus benennt sie Octavian, der inzwischen bei seinem Versuch, das Schlafzimmer zu verlassen, von Ochs gestellt wird. Dieser findet sofort Gefallen an der angeblichen Zofe. Nur mit Mühe kann sich „Mariandl“ seiner Zudringlichkeiten erwehren. Aber auch auf Sophie macht Octavian Eindruck. Bei der Überreichung der silbernen Rose können die beiden jungen Leute ihre Blicke voneinander nicht lassen. Als der Baron von Lerchenau eintrifft, um seine Braut in Augenschein zu nehmen, ist sie von seinen plumpen Manieren entsetzt und gesteht dem Grafen Rofrano ihre Liebe. Natürlich hat der Baron nicht die Absicht, sich eine so gute Partie entgehen zu lassen und beharrt auf der Erfüllung des Ehevertrages. Octavian, als Mariandl verkleidet, lockt den Baron daraufhin in eine zwielichtige Kaschemme, um ihn mit tatkräftiger Unterstützung des Wirts in eine höchst kompromittierende Lage zu versetzen. Als nicht nur sein zukünftiger Schwiegervater mit Tochter, sondern auch die Feldmarschallin auf der turbulenten Szene erscheinen, sieht er sich bloßgestellt. Zähneknirschend willigt er ein, auf Sophie zu verzichten. Auf der inzwischen leeren Bühne bleiben die Marschallin, Sophie und Octavian allein zurück. Octavian, hin- und hergerissen zwischen den beiden Frauen, ist verzweifelt. Doch die Gräfin Werdenberg hat längst erkannt, dass sie ihn verloren hat. Wehmütig, aber voller Güte, gibt sie ihn frei und geht leise fort. Octavian und Sophie fallen sich in die Arme. Der Weg in eine gemeinsame Zukunft liegt vor ihnen.

Eine musikalische Komödie aus dem Geiste Mozarts wollte Richard Strauss mit seiner Oper DER ROSENKAVALIER schaffen. Zusammen mit Hugo von Hofmannsthal gelang ihm ein Meisterwerk der Opernliteratur, das durch seine musikalisch-poetische Leichtigkeit und feinsinnige psychologische Charakterzeichnung bis heute zu den schönsten und zugleich anrührendsten Schöpfungen auf der Opernbühne zählt. Zwischen Wiener Charme und dem Wissen um die unerbittlich verrinnende Zeit bewegt sich die Oper mit souveräner Leichtigkeit und entzieht sich dabei jeder vordergründigen Klassifizierung.

Für Götz Friedrich bedeutet ihr sprichwörtlicher Anachronismus den Dreh- und Angelpunkt seiner Inszenierung, denn gerade dadurch rückt das Werk aus der Ecke der Historien-Oper heraus und stellt sich in die Tradition des „Musiktheaters“ mit seiner ganz eigenen Ästhetik. Nicht vergangenheitsselige Walzer-Nostalgie bestimmt das Geschehen auf der Bühne, sondern das raffiniert ausgearbeitete Miteinander von Personen, die in ihrer Unterworfenheit unter die Gesetze der Zeit, kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs und angesichts des baldigen Zusammenbruchs der k. u. k. Monarchie, überraschend zeitlos wirken. Dass Traum und Realität zuweilen ineinander übergehen und, wie Hofmannsthal es sich wünschte, „…ein halb imaginäres, halb reales Ganzes“ bilden – die Inszenierung trägt dem Rechnung in einem im Wortsinn wunderbaren Faschingsbild im dritten Akt –, gehört ebenso zur Faszination der Oper wie die Strauss’sche Musik. Ihr Nuancenreichtum und ihre delikate Farbigkeit bringen alle Facetten des Werkes zum Leuchten, um schließlich in dem großen Schluss-Terzett am Ende der Oper zum Ausdruck inniger Menschlichkeit zu werden: „Ist ein Traum, kann nicht wirklich sein …“

Der Kinderchor der Deutschen Oper Berlin wird unterstützt von der Berliner Volksbank und der Berliner Morgenpost.

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Einführung: 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts