Die Liebe zu den drei Orangen

[L’Amour des Trois Oranges]

Sergej Prokofjew (1891 – 1953)

Oper in einem Prolog und vier Akten; Libretto von Sergej Prokofjew nach Carlo Gozzi; Uraufführung am 30. Dezember 1921 an der Lyric Opera in Chicago; Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 9. Dezember 2012

In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

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Besetzung

Musikalische Leitung Steven Sloane
Inszenierung Robert Carsen
Bühne Paul Steinberg
Kostüme Buki Shiff
Licht Robert Carsen
Peter Van Praet
Videokunst Robert Pflanz
Chöre William Spaulding
Choreographie Philippe Giraudeau
König Treff Ante Jerkunica
Der Prinz Thomas Blondelle
Prinzessin Clarisse Dana Beth Miller
Léandre Markus Brück
Truffaldino Burkhard Ulrich
Pantalon Bastiaan Everink
Tschelio Marko Mimica
Fata Morgana Barbara Krieger
Linetta Alexandra Hutton
Nicoletta Stephanie Lauricella
Ninetta Heidi Stober
Die Köchin Andrew Harris
Farfarello, ein Herold Seth Carico
Smeraldine Christina Sidak
Zeremonienmeister Jörg Schörner
Spötter Paul Kaufmann
Spötter Gideon Poppe
Spötter Matthew Peña
Spötter Alvaro Zambrano
Spötter
Spötter Noel Bouley
Spötter Thomas Lehman
Spötter Carlton Ford
Spötter Simon Pauly
Chöre Chor der Deutschen Oper Berlin
Orchester Orchester der Deutschen Oper Berlin
Tanz Opernballett der Deutschen Oper Berlin
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Der Auftakt ist spektakulär: Nach einer kurzen Orchesterfanfare stürmt zu Beginn von Sergej Prokofjews DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN das Publikum die Bühne und streitet sich lauthals darüber, was für ein Stück nun gegeben werden soll. Die einen wollen Tragödien, die anderen rührselige Schmachtfetzen, und wieder andere bestehen auf sinnfreier Unterhaltung. Kein Wunder, dass sich die Besucher der Uraufführung am 30. Dezember 1921 bei dieser theatralischen Betriebsbesetzung unmittelbar an Geschehnisse in Folge der russischen Revolution erinnert fühlten – zumal auch die folgende Geschichte von der Liebe eines Prinzen zu drei Orangen immer wieder von Putschversuchen, Intrigen und dem Kampf um die Macht im Reich des Kreuzkönigs überlagert wird.

Revolutionär ist diese Oper, die bis heute Prokofjews beliebteste bleiben sollte, allerdings auch, weil sie eine Absage an die realistischen Geschichten und die großen Gefühle darstellt, die die Oper der Zeit vor dem ersten Weltkrieg beherrscht hatten. Stattdessen wimmelt es auf der Bühne von so fantastischen Wesen wie Harlekinen, Feen und Kartenspielfiguren, und können Prinzessinnen sich nicht nur im Inneren von Orangen verbergen, sondern auch unversehens in Ratten verwandelt werden. Tatsächlich ist schon der Titel der DREI ORANGEN eine Absage an die Tradition, indem er das zentrale Thema der Oper, die Liebe, ins Absurde wendet. Denn wenn sich jemand in drei Apfelsinen verliebt, hat das mit der Realität nichts mehr zu tun – so etwas passiert nur dort, wo die Gesetze des Märchenhaften und der Poesie gelten.

Um diesen zu ihrem Recht zu verhelfen, war schon 150 Jahre zuvor die Vorlage der Oper „L’amore delle tre melarance“ entstanden. Sein Verfasser, der venezianische Literat Carlo Gozzi, schrieb sein Stück als Kampfansage an die realistischen Komödien des Erfolgsautors Carlo Goldoni und versuchte, an die damals im Niedergang begriffene Tradition der Commedia dell’arte anzuknüpfen und den kessen Zofen und schlauen Dienern Goldonis Fantasiefiguren in Harlekinskostümen entgegenzustellen.

So ist auch Prokofjews Version der ORANGEN-Geschichte ein einziges Spiel: Ein Spiel, dessen Figuren sich immer wieder den veränderten Realitäten anpassen lassen und das grausame, irrwitzige und umwerfend komische Züge gleichermaßen aufweisen kann. Wohl auch deshalb ist die Spannweite von Inszenierungen bei dieser Oper besonders breit und reicht von der bissigen Politgroteske bis hin zum unbeschwerten Märchenstück.

Den kanadischen Regisseur Robert Carsen hat bei seiner Produktion für die Deutsche Oper Berlin vor allem das Spiel interessiert, das hier mit dem Theater selbst und seinen Erscheinungsformen gespielt wird. In seiner ersten für Berlin entstandenen Inszenierung präsentiert er eine Hommage an die Theaterstadt Berlin und ihre Geschichte. In den Szenen des Stücks maskiert sich das Theater quasi immer wieder neu und tritt im Dekor der unterschiedlichsten Theaterstile auf, die in dieser Stadt entstanden oder ihre größten Erfolge erlebten – von der Brechtbühne über das Kabarett der Zwanziger Jahre bis zu Peter Stein und seiner Schaubühne.

Mit freundlicher Unterstützung des Förderkreises der Deutschen Oper Berlin

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Einführung: 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts