Eugen Onegin

[Evegenij Onegin]

Pjotr I. Tschaikowskij (1840 – 1893)

Lyrische Szenen in 3 Aufzügen; Libretto von Konstantin Schilowskij und Pjotr I. Tschaikowskij nach Puschkins Versroman „Eugen Onegin“; Uraufführung am 29. März 1879 in Moskau; Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 28. September 1996

In russischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

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Musikalische Leitung Alain Altinoglu
Inszenierung Götz Friedrich
Bühne, Kostüme Andreas Reinhardt
Chöre William Spaulding
Choreografie Stefano Giannetti
Larina Karan Armstrong
Tatjana Marina Poplavskaya
Olga Katarina Bradic
Filipjewna Ronnita Miller
Eugen Onegin Etienne Dupuis
Lenskij Georgy Vasiliev
Fürst Gremin Ante Jerkunica
Albert Pesendorfer (10.05.2015 | 14.05.2015)
Hauptmann Andrew Harris
Saretzki Thomas Lehman
Triquet Peter Maus
Chöre Chor der Deutschen Oper Berlin
Ballett Opernballett der Deutschen Oper Berlin
Orchester Orchester der Deutschen Oper Berlin
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Der junge Dichter Lenski ist mit der lebenslustigen Olga verlobt. Als er seinen Freund Eugen Onegin im Landhaus seiner zukünftigen Schwiegermutter, der Gutsbesitzerin Larina, einführt, macht dieser großen Eindruck auf Olgas Schwester Tatjana, ein scheues und verträumtes Mädchen, das sich in den welterfahrenen Onegin verliebt. In einem Brief gesteht sie ihm ihre Liebe, aber er hat kein Verständnis für sie und weist sie zurück. Tatjanas Unglück wird noch verstärkt, als Onegin während eines Balls im Haus ihrer Mutter Olga den Hof macht, um seinen Freund Lenski zu provozieren. Es kommt zum Eklat. Der eifersüchtige Lenski fordert Onegin zu einem sinnlosen Duell und wird getötet. Onegin flieht ins Ausland und kehrt erst Jahre später in die Heimat zurück. Bei einem glanzvollen Fest in St. Petersburg trifft er Tatjana wieder, die inzwischen die Gemahlin des Fürsten Gremin geworden ist. Onegin erkennt voller Traurigkeit, wen er damals verloren hat. Leidenschaftlich versucht er Tatjana zurückzugewinnen, aber sie bekennt sich zu ihrer Ehe, obwohl sie ihn immer noch liebt. Onegin bleibt allein zurück.

EUGEN ONEGIN, neben PIQUE DAME Pjotr I. Tschaikowskijs bekannteste Oper, gehört zugleich zu seinen schönsten Bühnenwerken überhaupt. Die Suche nach einem geeigneten Stoff war schwierig gewesen, denn er hatte genaue Vorstellungen: »Ich wünsche nichts, was Bestandteil der sogenannten Großen Oper ist. Ich halte Ausschau nach einem intimen, aber kraftvollen Drama, das aufgebaut ist aus dem Konflikt, der mich wirklich berührt. Dabei verschmähe ich nicht das phantastische Element; denn es kennt keine Hindernisse, weil das Reich der Phantasie keine Grenzen kennt.« [Brief vom 14. Januar 1878]

Der Puschkinsche Versroman Eugen Onegin entsprach seinen Wünschen recht genau. Die äußere Handlung wirkte, bis auf das Duell, unspektakulär, aber die Konflikte der beteiligten Personen gingen unmittelbar zu Herzen und entsprachen in vielerlei Hinsicht Tschaikowskijs eigenen Erfahrungen. Gefühlsregungen aller Schattierungen – Melancholie, Sehnsucht, Leidenschaft und Trauer über ein verpfuschtes Leben – prägen das musikalische Bild, das durch mitreißende Chöre und schwungvolle Tänze bereichert und um volksliedhafte Momente ergänzt wird.

In der Inszenierung der Deutschen Oper Berlin gehören diese Szenen zu den farbigsten und bezauberndsten der ganzen Oper. Tschaikowskij war besonders fasziniert von der Gestalt der Tatjana, die ihm Anlass gab für eine der schönsten Briefszenen in der Operngeschichte. Jede einzelne der handelnden Figuren besaß für ihn ihren eigenen Reiz: die fröhliche Olga, der schwärmerische Lenski oder der würdevolle Fürst Gremin, der nur einen kurzen, aber desto eindrucksvolleren Auftritt hat, und natürlich der Titelheld, der im Verlauf des Werkes eine deutliche Entwicklung durchläuft. Die episodenhafte Anlage des Werkes entspricht zwar nicht der traditionellen Operndramaturgie, aber gerade das hatte der Komponist ja zuvor schon abgelehnt. Sie bildet vielmehr die Voraussetzung für die besondere Atmosphäre, die diese »lyrischen Szenen«, wie Tschaikowskij seine Oper nannte, durchwebt, und sie ist ein besonderes Kennzeichen der slawischen Oper im Allgemeinen. Für den Regisseur Götz Friedrich gehört es jedoch zu den Besonderheiten gerade dieses Werkes, »dass die Szenen des Onegin nicht patriotische Geschichtsbilder entrollen oder nationale Sagen benutzen, sondern dass sie in szenisch-musikalischen Sequenzen komplizierte innere Vorgänge von recht unheroischen Menschen im gesellschaftlichen Alltag vorstellen … Die ›Lyrischen Szenen‹, mit Tatjanas Sehnsuchtsmotiv beginnend, enden mit Onegins Vereinsamung, seinem Gefühl von Verdammnis. Wohin stürzt er? Ins Nichts? Zu einem neuen Lebenssinn?«
»... ergreifend zarter, melancholisch beschwingter Balsam für die Seele. Wer hier nicht weint, der hat kein Herz.« [BZ]

Mit Unterstützung des Förderkreises der Deutschen Oper Berlin e. V.

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Einführung: 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts