Jenufa

[Její Pastorkyna]

Leos Janacek (1854 – 1928)

Oper in drei Akten
Libretto von Leos Janacek nach dem Drama von Gabriela Preissová
Uraufführung am 21. Januar 1904 in Brünn
Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 4. März 2012

In tschechischer Sprache mit deutschen Übertiteln

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Besetzung

Musikalische Leitung Donald Runnicles
Inszenierung Christof Loy
Bühne Dirk Becker
Kostüme Judith Weihrauch
Licht Bernd Purkrabek
Choreographische Mitarbeit Thomas Wilhelm
Chöre William Spaulding
Die alte Buryja Hanna Schwarz
Laca Klemen Will Hartmann
Steva Buryja Ladislav Elgr
Die Küsterin Buryja Jennifer Larmore
Jenufa Michaela Kaune
Altgesell Simon Pauly
Bürgermeister Stephen Bronk
Frau des Bürgermeisters Nadine Secunde
Karolka Martina Welschenbach
Schäferin Fionnuala McCarthy
Barena Jana Kurucová
Jano Alexandra Hutton
Chöre Chor der Deutschen Oper Berlin
Orchester Orchester der Deutschen Oper Berlin
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Enge und Bigotterie, Tradition und Kontrolle, das bäuerliche Leben auf dem mährischen Dorf unterm Brennglas: Wir folgen den Figuren durch die Jahreszeiten, erleben einen hitzigen, brutalen Sommer, auf den ein eisiger, grausamer Winter folgt. Im beginnenden Frühling werden wir Zeugen eines Fests, das keines ist. Die tragische Hochzeit mündet in ein großes Schuldeingeständnis und offenbart den Humanisten Leos Janácek. Gewalt und Schande, Kindsmord, Schuld und Sühne. All das will uns der Komponist vor Augen und Ohren führen, der unbeherrscht Aufbrausende, der bei seinen Landsleuten in Ungnade gefallen war, nachdem er sich abfällig über Smetana geäußert hatte.

Mit JENUFA läuft er nun Gefahr, sich auch musikalisch und stilistisch zu isolieren. Welcher Komponist blieb – als hätte es Wagner nie gegeben – noch so in Arien und Phrasenwiederholungen verhaftet? Wer verband diese so selbstverständlich mit den neu aufkommenden veristischen Formen? Ungewöhnlich war auch, dass Janácek das Werk auf einen Prosatext – Gabriela Preissovás Její pastorkyna [Ihre Ziehtochter] – komponierte, immer in dem Bestreben, zum Kern seiner Figuren vorzudringen, ihren Charakter peinlich genau abzubilden, ihren individuellen Sprachrhythmus. Die Sprachmelodien seiner mährischen Heimat zu skizzieren war für ihn »Aktzeichnen der Musik«.

JENUFA hatte viele Umwege zu gehen, bis der verdiente Erfolg sich einstellte. Nach der Uraufführung 1904 in Brünn wurde die Oper vielfach abgeändert und nur wenige Male aufgeführt, in Prag erst 1916. Max Brod sah eine Aufführung im Nationaltheater und schrieb im Anschluss in der Berliner Weltbühne ein flammendes Plädoyer für das »tschechische Opernglück«. Als Leos Janácek eines darauffolgenden Sonntags den Schriftsteller aus dem Bett klingelte und ihn überredete, JENUFA ins Deutsche zu übersetzen, muss dies seine letzte Hoffnung gewesen sein, mit Hilfe seines bekannten Fürsprechers ein breiteres Publikum für das kühne Werk zu interessieren. Der Plan ging auf: Nach Aufführungen in Wien und Köln 1918 folgte 1924 die Berliner Erstaufführung. Von hier aus ging das Stück um die Welt.

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Einführung: 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts