La Bohème


Giacomo Puccini (1858 – 1924)

Oper in vier Bildern
Szenen nach Henri Murgers Vie de bohème
Libretto von Luigi Illica und Giuseppe Giacosa
Uraufführung am 1. Februar 1896 in Turin
Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 25. Dezember 1988

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

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Besetzung

Musikalische Leitung Ivan Repusic
Alexander Joel (28.12.2013)
Inszenierung Götz Friedrich
Bühne, Kostüme Peter Sykora
Chöre Thomas Richter
Kinderchor Christian Lindhorst
Licht Stephen Watson
Rodolfo Wookyung Kim
Yosep Kang (15.12.2013 | 18.12.2013 | 31.12.2013)
Schaunard John Chest
Noel Bouley (15.12.2013 | 18.12.2013 | 31.12.2013)
Marcello Etienne Dupuis
Markus Brück (15.12.2013 | 18.12.2013 | 31.12.2013)
Colline Marko Mimica
Tobias Kehrer (15.12.2013 | 18.12.2013 | 31.12.2013)
Benoit Jörg Schörner
Mimì Maria Luigia Borsi
Anita Hartig (15.12.2013 | 18.12.2013 | 31.12.2013)
Svetlana Ignatovich (28.12.2013)
Liana Aleksanyan (31.12.2013)
Musetta Kim-Lillian Strebel
Martina Welschenbach (15.12.2013 | 18.12.2013 | 31.12.2013)
Parpignol Paul Kaufmann
Matthew Newlin (15.12.2013 | 31.12.2013)
Alcindoro Peter Maus
Sergeant der Zollwache Ben Wager
Andrew Harris (18.12.2013 | 28.12.2013 | 31.12.2013)
Zöllner Stephen Barchi
Verkäufer Ludmil Georgiev
Winfried Fussy (15.12.2013 | 18.12.2013 | 31.12.2013)
Chöre Chor der Deutschen Oper Berlin
Chöre Kinderchor der Deutschen Oper Berlin
Orchester Orchester der Deutschen Oper Berlin
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Puccini hatte sich bereits mit EDGAR [1889] und mit MANON LESCAUT als genialer musikalischer Kolorist erwiesen, doch erst mit LA BOHÈME wird jene Übereinstimmung zwischen dem Stoff und seiner musikalischen Gestaltung erreicht, von der Claude Debussy schwärmte: »Ich kenne niemanden, der das Paris dieser Zeit so gut beschrieben hat wie Puccini in LA BOHÈME«. Puccinis impressionistische Klangtechnik verbindet subjektives Empfinden mit objektiver Tonmalerei. Tonmalerische Elemente, musikalische Schilderungen des Ambientes, effektvolles musikalisches Lokalkolorit verbreiten ihren Zauber vom 1. Bild an, wenn Rodolfo und Marcello das Dramenmanuskript verbrennen oder wenn der Dichter der ohnmächtigen Mimì das Gesicht mit Wassertropfen benetzt, wenn im 2. Bild der Chor als Volksmenge mit dem für die Militärparade eingesetzten Bühnenorchester kontrastiert wird, wenn im 3. Bild mit sparsamen, ausgesuchten musikalischen Mitteln die Atmosphäre eines kalten Wintermorgens entsteht.

An einem frostigen Weihnachtstag in einem Pariser Dachatelier versuchen Rodolfo, der Schriftsteller und Marcello, der Maler, zu arbeiten. Sie hungern, haben kein Brennmaterial für ihren Ofen und kein Geld für die Miete. Colline, der Philosoph, wollte Bücher ins Leihhaus bringen und kommt unverrichteter Dinge zurück. Der Musiker Schaunard hatte mehr Glück, er bringt Esswaren, Brennholz, Zigarren und Geld. Die Freunde gehen ins Café Momus, nur Rodolfo will arbeiten. Er wird gestört von einer Nachbarin, die um Licht bittet, dabei einen Schwächeanfall erleidet und ihren Wohnungsschlüssel verliert. So verliebt sich Rodolfo in Mimì, die Stickerin, die unheilbar an Tuberkulose erkrankt ist. Zwei Monate später lässt er sie im Stich, weil er es nicht aushält, hilflos zuzusehen, wie sich Mimìs Krankheit in seiner armseligen kalten Behausung verschlimmert. Sechs Monate später bringt Musetta, die lange Zeit die Geliebte Marcellos war, Mimì todkrank zurück. Musetta gibt ihre Ohrringe hin, um Medizin zu kaufen, Colline seinen Mantel. Mimì ist dankbar und glücklich. Rodolfo glaubt, sie sei in einen heilsamen Schlaf verfallen. Aber Mimì ist tot.

LA BOHÈME trägt in dramaturgischer Beziehung Züge eines Experiments, das im Schaffen Puccinis ohne Wiederholung geblieben ist: Aus der lockeren Episodenfolge von Louis Henri Murgers Roman haben die beiden Librettisten Illica und Giacosa ein Libretto geformt, dessen künstlerische Maxime darin bestand, die Personen und das Ambiente des Romans zu erhalten, in der Auswahl und Behandlung der Episoden dagegen Freiheit walten zu lassen. Sie gliederten ihr Textbuch nicht in Akte, sondern in Bilder, die nur durch das Band der Liebesgeschichte zwischen Rodolfo und Mimì zusammengehalten werden. Einen Kontrapunkt dazu bildet die Beziehung zwischen Musetta und Marcello.

»So wie LA BOHÈME immer Persönlichstes anspricht und herausfordert - intellektuelle Snobisten und frustrierte Beckmesser sollten die Oper meiden! -, kann ich nur sehr persönlich hinzufügen: In dreißig Jahren etwas älter geworden, ist die Sehnsucht gewachsen, den Hoffnungen und Enttäuschungen, Träumen und Schmerzen der Jugend nachzuspüren und sie im Spiel, zu Bild, Handlung und Klang geformt, nachzuvollziehen. So wird die neue Begegnung mit diesem Werk Ausdruck der Sehnsucht nach der eigenen Jugend. Ich denke, darin liegt das offene Geheimnis der noch immer lebendigen Aktualität von Puccinis LA BOHÈME.« [Götz Friedrich 1988]

Der Kinderchor der Deutschen Oper Berlin wird unterstützt von der Berliner Volksbank und der Berliner Morgenpost.

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Einführung: 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts