Macbeth


Giuseppe Verdi (1813 – 1901)

Oper in vier Akten;
Dichtung von Francesco Maria Piave und Andrea Maffei nach William Shakespeare;
Uraufführung am 14. März 1847 in Florenz [1. Fassung], am 21. April 1865 in Paris [2. Fassung];
Berliner Premiere am 12. Juni 2011

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

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Musikalische Leitung Paolo Arrivabeni
Inszenierung Robert Carsen
Bühne Radu Boruzescu
Kostüme Miruna Boruzescu
Licht Manfred Voss
Chöre William Spaulding
Macbeth Thomas Johannes Mayer
Simon Keenlyside (21.11.2013)
Banquo Albert Pesendorfer
Ante Jerkunica (26.11.2013)
Banquo * Marko Mimica (21.11.2013)
Lady Macbeth Marianne Cornetti
Liudmyla Monastyrska (21.11.2013 | 26.11.2013)
Kammerfrau der Lady Macbeth Fionnuala McCarthy
Macduff Yosep Kang
Thomas Blondelle (12.10.2013)
Malcolm Clemens Bieber
Diener Macbeths / Ein Arzt / Herold Andrew Harris
Chöre Chor der Deutschen Oper Berlin
Orchester Orchester der Deutschen Oper Berlin
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Hexen prophezeien Macbeth, er werde König von Schottland. Ahnherr künftiger Monarchen werde aber nicht er, sondern Banquo. Angetrieben von der Machtgier seiner Gattin bringt sich Macbeth durch Königsmord und zahllose Gräueltaten in den Besitz der Krone und damit auf Schottlands Thron. In der Verfolgung dieses Zieles, vernichtet er alles, was sich ihm widersetzt. Der Preis für den ist freilich Wahnsinn: Lady Macbeth kann sich nicht vom Blut der Ermordeten befreien – der Tyrann selbst entkommt nicht dem düsteren Schicksalsspruch der Hexen.

»Das Sujet der Oper ist weder politisch noch religiös: Es ist phantastisch« – Giuseppe Verdis Einschätzung seiner Vertonung von William Shakespeares wohl düsterstem Drama weist auf die Zuordnung ins Genre der »romantischen Oper« hin. Hexen, Geister, Erscheinungen, alles Unheimliche, das Gesang wie Szene beherrscht, lassen sich tatsächlich als äußeres Bild innerer Zustände der Protagonisten verstehen: MACBETH ist aufgrund der romantischen Grundausrichtung weitaus stärker eine Einladung zu psychologischer Deutung als es viele der Vorgängerwerke von NABUCCO über ERNANI bis ATTILA waren.

In seinem Bemühen, Shakespeares Vorlage zu entsprechen, ließ Verdi weder sich selbst noch seinen Librettisten Francesco Maria Piave und Andrea Maffei Lässlichkeiten durchgehen. Entschlossen, »etwas außerhalb des Üblichen zu machen«, zeigte der Komponist unerbittlich fordernd. Damit gelangen ihm musikalisch entwickelte Persönlichkeiten wie nie zuvor, und er distanzierte sich von den Konventionen der traditionellen italienischen Oper auf bislang ungekannte Art.

Die menschliche Abgründigkeit, die selbst den Harmlosesten bereit macht, ungehemmt und buchstäblich über Leichen gehend Macht zu erlangen und an dieser zumeist unrechtmäßig erworbenen Macht festzuhalten – durch die Darstellung in diesem Werk ist der Keim gelegt für die psychologische Oper modernen Zuschnitts, die weitaus häufiger zunächst mit dem Wagnerschen Musikdrama assoziiert wird.

* * *

»Mir ist bekannt, dass ihr eine Produktion des Macbeth vorhabt, und da mir diese Oper persönlich wichtiger ist als die anderen, erlaubt mir einige Worte dazu. Man hat der Tadolini die Rolle der Lady Macbeth gegeben, und ich wundere mich, wie sie sich damit einverstanden erklären konnte. […] Die Tadolini hat eine schöne und gute Figur; und ich möchte Lady Macbeth hässlich und böse. Die Tadolini singt mit Vollkommenheit; und ich möchte, dass die Lady nicht singt. Die Tadolini hat eine fantastische, klare, reine, kraftvolle Stimme; und ich möchte für die Lady eine raue, erstickte, dumpfe Stimme. Die Stimme der Tadolini hat etwas Engelhaftes; die Stimme der Lady soll, so möchte ich, etwas Teuflisches haben.« Giuseppe Verdi

Eine Produktion der Oper Köln; Premiere am 5. April 1998

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Einführung: 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts