Die Schändung der Lucretia

[The Rape of Lucretia]

Benjamin Britten (1913 – 1976) / Haus der Berliner Festspiele

Im Haus der Berliner Festspiele

Oper in zwei Akten
Libretto von Roland Duncan nach dem Schauspiel „Le Viol de Lucrèce“ von André Obey
Uraufführung am 12. Juli 1946 in Mr. and Mrs John Christie's Opera House, Glyndebourne
Premiere der Deutschen Oper Berlin im Haus der Berliner Festspiele am 14. November 2014

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

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Besetzung

Musikalische Leitung Nicholas Carter
Inszenierung Fiona Shaw
Bühne Michael Levine
Kostüme Nicky Gillibrand
Licht Paul Anderson
Male Chorus Thomas Blondelle
Female Chorus Ingela Brimberg
Collatinus Andrew Harris
Junius Seth Carico
Tarquinius Noel Bouley
Lucretia Katarina Bradic
Bianca Ronnita Miller
Lucia Elena Tsallagova
Orchester Orchester der Deutschen Oper Berlin
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Als Benjamin Britten ein Jahr nach der erfolgreichen Uraufführung seines PETER GRIMES vor der Aufgabe stand, eine zweite Oper zu komponieren, entschied er sich für eine radikale Änderung des „Formats“: Anstatt erneut ein aufwendiges Werk mit Chor, großem Orchester und vielen Solisten in Erwägung zu ziehen, für das es, unmittelbar nach Kriegsende, weder die Mittel noch das Publikum gab, begann er mit der Komposition einer Kammeroper. Sie sollte wenig kosten und so flexibel zu realisieren sein, dass man sie auch auf kleinen Bühnen spielen und mit ihr die Provinz bereisen konnte.

Zusammen mit seinen alten Weggefährten aus der PETER GRIMES-Zeit, Eric Crozier, der Sängerin und Theaterleiterin Joan Cross, seiner ersten Ellen Orford, und seinem Lebensgefährten, dem Tenor Peter Pears, gründete er die Glyndebourne English Opera Group, aus der später die English Opera Group und dann das Aldeburgh Festival hervorging. Erstes Projekt des neuen Kreativ-Teams wurde THE RAPE OF LUCRETIA.

Die seit der Antike überlieferte Geschichte der Römerin Lucretia, die ihren Mann liebt, ihm treu ist und sich, nachdem sie vom skrupellosen Tarquinius vergewaltigt wurde, selbst tötet, passte für Britten in die von Zweifeln und traumatischen Erfahrungen geprägte Nachkriegszeit. Mit einem Orchester von nur dreizehn Musikern und acht Solisten schuf er ein Werk von packender Intensität, das zugleich eines seiner lyrischsten ist. Mit seiner klaren Trennung in ariose und rezitative Teile angelehnt an die Traditionen der Barockoper, lässt die Oper, wie vom Komponisten ausdrücklich beabsichtigt, an Purcell denken, den vor Britten bedeutendsten englischen Opernkomponisten. Ebenfalls eine Reminiszenz an antike Vorbilder ist der von Britten eingesetzte Chor – allerdings in Gestalt nur jeweils eines Mannes [„Male Chorus“] und einer Frau [„Female Chorus“] –, der das Geschehen begleitet und kommentiert. Benjamin Britten schuf die Titelpartie für die große Altistin Kathleen Ferrier, den Part des „Male Chorus“ übernahm Peter Pears, Joan Cross sang den „Female Chorus“.

Eine Produktion des Glyndebourne Festival
Premiere am 19. Oktober 2013

Präsentiert von kulturradio vom rbb, tip berlin und taz.die tageszeitung.