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    Dinorah oder Die Wallfahrt nach Ploërmel (konzertant)

    Mit Patrizia Ciofi, Etienne Dupuis, Philippe Talbot; Musikalische Leitung: Enrique Mazzola (Foto) // In der Berliner Philharmonie

    Nächste Vorstellung

    Mi 1. Oktober 2014 / 20:00 Uhr / weiterlesen

    C-Preise: € 90,– / 72,– / 50,– / 29,– / Ticket kaufen

    Tickethotline: 030.343 84 343

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    „Europa war sein Bayreuth“

    Symposion zu Giacomo Meyerbeers Leben und Werk / Vom 29. September bis 1. Oktober 2014

    Nächste Vorstellung

    Mo 29. September 2014 / 10:30 Uhr / weiterlesen

    Eintritt frei / Vergabe von Zählkarten

    Tickethotline: 030.343 84 343

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    Ariadne auf Naxos (konzertant)

    Mit Anja Harteros (Foto), Stefan Vinke, Franz Mazura, Daniela Sindram, Susanne Elmark u. a.; Musikalische Leitung: Ulf Schirmer / In der Berliner Philharmonie

    Nächste Vorstellung

    Di 14. Oktober 2014 / 20:00 Uhr / weiterlesen

    C-Preise: € 90,– / 72,– / 50,– / 29,– / Ticket kaufen

    Tickethotline: 030.343 84 343




Aktuelle Meldungen

Do, 25. Sep.
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Jäger eines verlorenen Opern-Schatze...

Dem Werk des 1791 bei Berlin geborenen Giacomo Meyerbeer, dessen 150. Todestag sich dieses Jahr jährt, widmet sich die D...

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Jäger eines verlorenen Opern-Schatzes

Dem Werk des 1791 bei Berlin geborenen Giacomo Meyerbeer, dessen 150. Todestag sich dieses Jahr jährt, widmet sich die Deutsche Oper Berlin mit einem Zyklus von Neuproduktionen seiner Opern „Vasco da Gama – Die Afrikanerin“ (Premiere am 4. Oktober 2015), „Die Hugenotten“ (Premiere am 13. November 2016) und „Der Prophet“ (Saison 2017/18). Den Auftakt zu diesem Großprojekt bilden jetzt eine konzertante Aufführung von Meyerbeers später Opéra comique „Dinorah oder Die Wallfahrt nach Ploërmel“ in der Philharmonie sowie ein international besetztes Symposion in der Tischlerei. Kai Luehrs-Kaiser sprach mit Jörg Königsdorf, dem Chefdramaturgen der Deutschen Oper Berlin, über Meyerbeer. „Dinorah oder Die Wallfahrt nach Ploërmel“ / konzertant inder Philharmonie / 1. Oktober 2014

Berliner Morgenpost: Herr Königsdorf, mit einer konzertanten Aufführung von „Dinorah“ eröffnen Sie jetzt einen groß angelegten Meyerbeer-Zyklus an der Deutschen Oper. Warum ausgerechnet mit diesem Werk?
Jörg Königsdorf: „Dinorah“ ist als eine Art ‚Vorabend’ für unseren Zyklus besonders gut geeignet. Es ist sozusagen das „Rheingold“ unserer Meyerbeer-Tetralogie. Das liegt auch daran, dass das Werk eine übersichtliche Dauer hat und sich auch für eine konzertante Darbietung besonders anbietet. Die Wallfahrt, dazu eine Ziege, die in der Geschichte vorkommt, das sind Elemente, die sich heutzutage nur noch schwer auf die Bühne bringen lassen, ohne dass das Publikum in Lachen ausbricht. Die drei Grand Opéras, die später folgen werden, profitieren demgegenüber viel stärker von einer szenischen Umsetzung. Sie werden deswegen bei uns inszeniert.

„Dinorah“ hieß ursprünglich „Les chercheurs de trésor“. Also beinahe: „Die Jäger des verlorenen Schatzes“. Das wäre der bessere Titel gewesen, oder?
Viel besser! Es kommt leider öfter vor, dass Komponisten bei der Wahl ihrer Titel schlecht beraten sind. Boris Blacher hat einmal eine „Hauptmann von Köpenick“-Oper komponiert, für die sich heute kaum jemand mehr interessiert, weil sie den Titel „Preußisches Märchen“ trägt. Wichtiger ist, dass „Dinorah“ in den ersten fünfzig Jahren ihres Bühnenlebens überaus populär war. Legendäre Sängerinnen wie Luisa Tettrazini und Amelita Galli-Curci sind in der Oper aufgetreten. Adelina Patti ebenso. Bis 1920 war es eines der bekannteren Werke Meyerbeers, ganz anders als die viel eher vergessenen Frühwerke wie „Margherita d’Anjou“ oder „Il crociato in Egitto“.

Wie ist der Stil von „Dinorah“ zu beschreiben?
„Dinorah“ ist lyrischer getönt als sonst bei Meyerbeer. Das Werk lässt erkennen, wie sich der Komponist ein Stück weit auf den Bellini der „Sonnambula“ zubewegt.

Warum ist Meyerbeer mit „Dinorah“, seinem vorletzten Werk, noch einmal zur komischen Oper zurückgekehrt?
Meyerbeer hat das komische Element in seinen Werken nie grundsätzlich vernachlässigt. Auch das direkt vorangegangene Werk „L’Étoile du Nord“ war eine komische Oper. Das Komische ist sogar ein regelmäßiges Ingredienz seiner Werke. Auch das einzige, für Berlin komponierte Werk „Ein Feldlager in Schlesien“ ist eher komödiantisch angelegt – wenn auch nur begrenzt lustig.

Von dem Librettisten-Duo Barbier & Carré, von dem „Dinorah“ stammt, sind auch die Textbücher zu Gounods „Faust“, Thomas’ „Mignon“ und „Hamlet“ sowie zu Bizets „Die Perlenfischer“. Ein Meister-Gespann?
Ja, obwohl sich das in einer konzertanten Aufführung vielleicht nur begrenzt erkennen lässt. Das liegt daran, dass wir die französischen Dialoge etwas gekürzt haben. Wir hätten theoretisch auch auf eine Fassung mit Rezitativen zurückgreifen können. Deren Edition innerhalb der kritischen Gesamtausgabe ist indes noch nicht fertig – im Unterschied zu derjenigen, die wir benutzen. Gegenüber der CD-Aufnahme bei „Opera rara“ wird es manche Überraschungen geben. Sie sind eben darauf zurückzuführen, dass wir erstmals die kritische Gesamtausgabe verwenden.

Meyerbeer wurde ursprünglich bekannt als wichtigster Komponist der Grand Opéra. Was ist eigentlich „groß“ an der Grand Opéra?
„Grand“ an der Grand Opéra ist die Perspektive, in der eine Gesellschaft als Ganzes in den Blick genommen wird. Es gibt in der „Grand Opéra“ keinen engen Fokus auf ein Individualschicksal. Sondern es geht um das Verhalten im großen gesellschaftlichen Kontext. Idealtypisch ist das in einem Werk wie den „Hugenotten“ realisiert, wo eine ganze Epoche geschildert wird. Als Goethe über Meyerbeer sagte, er sei der einzige Komponist nach Mozart, der in der Lage wäre, den „Faust“ zu vertonen, da hatte er genau diesen panoramischen Aspekt im Sinn.

Warum ist Meyerbeer heute so unbeliebt?
Ich würde nicht sagen, er ist unbeliebt, sondern unbekannt. Die Aufführungen, die es in den letzten Jahren von Meyerbeer-Opern gab, waren vor Ort jeweils ein großer Erfolg. Nur haben sie kein Lauffeuer angefacht, sondern waren nur Leuchtraketen. Eben darum veranstalten wir einen ganzen Zyklus. Zuweilen fehlte es in der Vergangenheit auch an einem Verständnis für jene panoramische Sichtweise. Die Werke wurden meist zu stark eingekürzt. Sie wurden auf das Individualdrama reduziert, obwohl die Figuren eigentlich nur im großen Kontext zu leben anfangen. Das liegt daran, dass sie realistischer dimensioniert sind als etwa bei Wagner. Sie bleiben immer Menschen. Und sind weniger mythisch gemeint.

An der Deutschen Oper Berlin gab es vor vielen Jahren eine umjubelte und wichtige Aufführung der „Hugenotten“ – mit Pilar Lorengar und Richard Leech. War auch diese Aufführung eine gekürzte Version?
Ja. John Dews Inszenierung von „Les Huguenots“ hier an der Deutschen Oper umfasste damals ungefähr zweieinhalb Stunden Musik. In Wirklichkeit ist das Stück doppelt so lang.

Wie hoch würden Sie die Mitschuld Richard Wagners am Niedergang Meyerbeers veranschlagen?
Der Einfluss von Wagners Schrift „Das Judentum in der Musik“ und die Häme, mit der Wagner über Meyerbeer sprach, sind sicher für die deutsche Opernöffentlichkeit in der Zeit um 1900 nicht folgenlos geblieben. In den alten Programmbüchern klingen die Einführungstexte immer merkwürdig nörgelnd und zwiespältig. Aber man kann das nicht allein Wagner in die Schuhe schieben. Die Moden ändern sich ohnedies.

Eigentlich ist der 1791 in Tasdorf, also Rüdersdorf, geborene Meyerbeer ja ein Berliner Junge. Warum hat ihm das selbst bei uns so wenig genützt?
Vermutlich deswegen, weil er keinen hörbar deutschen Stil pflegte. Er war zu international dazu, was ihm in Zeiten national aufgeheizter Stimmungen stets zugesetzt hat und die Kontinuität einer Meyerbeer-Pflege beeinträchtigte. Dabei war Meyerbeer seit 1842 auf Geheiß des preußischen Königs bekanntlich Generalmusikdirektor an der Berliner Hofoper. Er lebte abwechselnd in Berlin und Paris. Damit war er später dann nicht mehr sehr gut angeschrieben. Die Internationalität, für die man Händel bewunderte, hat man Meyerbeer nicht verziehen.

Was muss ein guter Meyerbeer-Sänger können?
Er braucht die Technik eines guten Rossini-Sängers, die Durchschlagskraft eines guten Verdi-Sängers und die Kondition eines guten Wagner-Sängers. Klassische Interpreten der alten Zeit – es sind zugleich die ersten Stimmen, die überhaupt auf Schallplatten konserviert sind – waren etwa Pol Plancon und Léonce Escalaïs. Aber die Anforderungen, die Meyerbeer an seine Sänger stellt, ändern sich im Laufe der Zeit stark: Die späteren Grand Opéras, vor allem „Vasco da Gama“, verlangen dramatischere Stimmen.

Den Meyerbeer-Zyklus an der Deutschen Oper Berlin eröffnen Sie in der nachfolgenden Spielzeit szenisch mit eben diesem „Vasco da Gama“, dem früher als „Die Afrikanerin“ betitelten Werk. Es war Meyerbeers letzte Oper. Sein „Parsifal“?
Tatsächlich ist die Parallele zu „Parsifal“ insofern amüsant, als Vasco da Gama, ähnlich wie Parsifal, ein Titelheld mit jugendlichem Entdeckerdrang ist. Er stürzt völlig unreflektiert durchs Leben. Ihm fehlt nur der Aspekt der Wandlung durch die Leiden anderer, so wie dies bei Parsifal der Fall ist. Auch ist Sélika eine Art Kundry-Figur, auch wenn sie sympathischer und weniger ambivalent gezeichnet ist. Sogar eine Klingsor-Entsprechung findet man. Es ist Meyerbeers Opus summum, auch darin kann man das Werk mit „Parsifal“ vergleichen. Und es ist, ähnlich wie „Parsifal“, karger als die vorangegangenen Werke.

Wer wird die Werke Meyerbeers an der Deutschen Oper inszenieren?
Den „Vasco da Gama“ wird Vera Nemirova inszenieren, die an der Deutschen Oper vor etlichen Jahren mit Puccinis „Fanciulla del West“ präsent war. Die Titelrolle wird Roberto Alagna singen, der sich bei uns zuletzt als Énée in „Les Troyens“ empfohlen hat. Die Sélika wird Sophie Koch sein, als Inès wird Nino Machaidze ihr Berliner Opern-Debüt geben. Dies sind Besetzungen, über die wir extrem glücklich sind, zumal es nicht leicht ist, bedeutende Sänger für diese Rollen zu verpflichten. Man muss bedenken, dass Sänger diese Rollen neu lernen müssen, obwohl sie sie vielleicht nicht oft in ihrem Leben werden singen können. Es wäre für jeden Sänger rentabler, eine Verdi-Rolle einzustudieren, die überall gefragt ist. Wer „Die Hugenotten“ und „Der Prophet“ inszenieren soll, wird noch nicht verraten.

Soll Donald Runnicles den Zyklus dirigieren?
Nein, das tun in Abstimmung mit Donald Runnicles verschiedene andere Dirigenten. Für „Vasco da Gama“ haben wir Enrique Mazzola gewonnen, der auch „Dinorah“ dirigieren wird. Er hat sich zuletzt als Dirigent des „Vaisseau fantôme“ von Pierre-Louis Dietsch im vergangenen Jahr glänzend hier präsentiert.

Hoffen Sie auf eine große Meyerbeer-Renaissance?
Ja, das ist zumindest der Sinn der zyklischen Aufführung dieser Werke bei uns. Wir hoffen, dass wir am Anfang einer großen Wiederentdeckung stehen. Gerade das macht die Sache für uns so abenteuerlich.

Do, 25. Sep.
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Im Gedenken an Christopher Hogwood

Die Deutsche Oper Berlin trauert um den britischen Dirigenten Christopher Hogwood, dessen Name mit zwei großen Produktio...

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Im Gedenken an Christopher Hogwood

Christopher Hogwood bei Proben zu Matthäus-Passion © kranichphoto

Christopher Hogwood bei Proben zu Matthäus-Passion © kranichphoto

Die Deutsche Oper Berlin trauert um den britischen Dirigenten Christopher Hogwood, dessen Name mit zwei großen Produktionen verbunden ist, die das Haus in den 1980er und 1990er Jahren geprägt haben. Zum 200. Geburtstag von Georg Friedrich Händel im Jahr 1985 suchte die Deutsche Oper Berlin nach einer angemessenen Ehrung des größten deutschen Opernkomponisten aus dem 18. Jahrhundert. Das Problem dabei war, dass die Musik Händels für wesentlich kleinere Räume konzipiert war als Fritz Bornemanns moderner Saal für 1865 Zuschauer. Ein Werk Händels aber hatte schon im 18. Jahrhundert eine Aufführungstradition in größeren Dimensionen mit großen Chören und Orchestern: Der Messias. Achim Freyer, der einige Jahre zuvor ein Werk des späten Barock, Glucks ORPHEUS UND EURYDIKE, auf die Bühne gebracht hatte, war schnell dafür zu begeistern, seine Bilderwelt für eine neue Sicht auf das Oratorium einzusetzen. Die besondere Idee Götz Friedrichs aber war, ihn mit einem Spezialisten für Barockmusik zusammenzubringen.

Als Händel-Spezialist hatte sich Christopher Hogwood in England nicht nur mit seiner 1973 gegründeten „Academy of Ancient Music“, sondern auch mit einer fundierten Händel-Biografie einen Namen gemacht. Er hatte noch nicht sehr viel Erfahrung mit Bühnenaufführungen und auch nicht mit Orchestern, die ausschließlich auf modernen Instrumenten spielten, aber beides interessierte ihn sehr. Mit sanfter Beharrlichkeit erschloss er allen Mitwirkenden die Klangwelt Händels als die eines Zeitgenossen. Das Ergebnis war überwältigend nicht nur wegen der starken Bilder Freyers, sondern besonders auch wegen der Lebendigkeit der musikalischen Interpretation.

Als Götz Friedrich sich 1999 einen lang gehegten Wunsch erfüllte, nämlich eine szenische Interpretation der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach, kam wieder Christopher Hogwood ins Spiel. Götz Friedrich hatte sich für die Bearbeitung von Felix Mendelssohn Bartholdy entschieden, weil sie durch ihre Konzentration und das mit Klarinetten verstärkte Orchester den Erfordernissen einer Bühnenaufführung näher kommt als das Original. Christopher Hogwood hatte sich inzwischen als Dirigent auch dem 19. Jahrhundert geöffnet und gerade dieses Dokument der bürgerlichen Musikbewegung im Berlin des Vormärz‘ interessierte ihn. Es war für das Haus eine Begegnung mit einem „alten Bekannten“, die wieder in ein ganz neues musikalisches Feld führte.

Am 24. September starb Christopher Hogwood im Alter von 73 Jahren in Cambridge, wohin er seit seinem Studium immer wieder zurückkehrte. Die Deutsche Oper Berlin wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Do, 25. Sep.
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Stockhausen statt Shakira? – Das Lan...

„Die Welt ist eine neue!“, sagt Gerhard Scherer. „Und genau deshalb braucht sie Neue Musik.“ Die Zeit sei schon lange re...

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Stockhausen statt Shakira? – Das Landesjugendensemble Neue Musik

Foto © Erik Jan Ouwerkerk

Foto © Erik Jan Ouwerkerk

„Die Welt ist eine neue!“, sagt Gerhard Scherer. „Und genau deshalb braucht sie Neue Musik.“ Die Zeit sei schon lange reif gewesen, „sonst hätten wir bald ein ganzes Jahrhundert der musikalischen Erziehung abgehängt“.

In der Tat: Es war Zeit, dass die Komponisten Jobst Liebrecht und Gerhard Scherer handelten und 2013 das Landesjugendensemble Neue Musik Berlin gründeten. In anderen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz gibt es solche Institutionen seit Jahren. Nur in Berlin war das Ganze erst 2013 finanzierbar. „Der Flughafen ist schuld!“, sagt Scherer und lacht. Aber eigentlich ist ihm gar nicht zum Lachen zumute. Sein und Liebrechts Ensemble steht auf sehr wackeligen Füßen. Jedes Jahr wird erneut entschieden, ob Fördermittel freigegeben werden, oder eben nicht. „Eine langfristige Planung ist so nicht möglich“, so Scherer. „Trotzdem sind wir außerordentlich dankbar, dass der Landesmusikrat immer wieder aufs Neue für uns kämpft.“

Es ist das ewige Lied der Fördermittel-Knappheit. Das Landesensemble Neue Musik Berlin ist von der unbarmherzigen Bürokratie gleich doppelt betroffen. Die meisten Ensemblemitglieder sind zwar Schüler und bis maximal 25 Jahre alt, nur gehen sie auf verschiedene Schulen und fallen so durch die Schulförderung. Da sie nur „angehende Profis“ sind, fallen sie auch durchs Raster für die Förderung professioneller Neuer Musik. Gut, dass die Deutsche Oper Berlin dem Ensemble jetzt eine Probenstätte bietet, von der Liebrecht und Scherer vor kurzer Zeit nicht zu träumen gewagt hätten.

„Die Schlagzeug-Aufbauten, die die Neue Musik erfordert, sind von anderen Institutionen nicht leistbar. Und immer ist ein Flügel da!“ schwärmt Scherer. „Die Deutsche Oper Berlin spielt eine ganz entscheidende Rolle für uns. Ohne sie wäre unsere Arbeit nicht machbar.“ Auch die Kinder und Jugendlichen genießen ihre professionelle Arbeitsstätte. „Eindrücke in diesem Alter gehen besonders tief“, so Liebrecht. „Als die Mitglieder letztens das Bühnenbild von ,Oresteia’ sehen durften, blieben einige Münder offen stehen.“ Hier musiziert man nicht nur, sondern geht auch wichtigen Fragen nach: Was ist Kunst? Und wo wird sie gemacht? „Außerdem wird die Oper für manche vielleicht der zukünftige Arbeitsplatz!“ so Scherer enthusiastisch und nennt als Beispiel den Solo-Cellisten Arthur Hornig aus dem Orchester der Deutschen Oper.

Auch der ist offenbar ein Verfechter der Frühst-Konfrontation mit Neuer Musik. In einem Interview habe Hornig erklärt, er sei so lange im Landesjugendensemble gewesen, ihn könne kein Rhythmus um hauen! „Da war ich ganz stolz“, sagt Scherer lächelnd. Jobst Liebrecht würde sogar fast so weit gehen, das musikalische Training der Kinder mit Neuer Musik zu beginnen, statt als erstes in die tonale Welt der traditionellen Musik einzutauchen. „Die Musik von heute wird einfacher verstanden, als man annimmt. Das bedeutet nicht, dass die Kinder diese Klänge auch immer gleich mögen. Aber es findet eine sehr starke Auseinandersetzung statt und wir fördern damit eine ganz andere Art des Musikmachens.“ Der individuelle Klang eines jeden soll im Landesensemble gefördert werden. „Kinder lieben Neue Musik und handeln oft ganz instinktiv“, so Liebrecht weiter. „Wenn sie wütend sind, nehmen sie die Geige in die Hand und machen Knarzgeräusche! Klar, man muss irgendwie versuchen, zu kultivieren. Aber wenn man zu früh damit anfängt, schränkt man die Musiker ein und es wird schnell sehr langweilig.“

Aber ist es nicht schwer, in einer popgehirngewaschenen Welt Kinder und Jugendliche für die teils sperrige Neue Musik zu gewinnen? Stockhausen statt Shakira? Liebrecht und Scherer sehen da gar kein Problem. „Berlin hat einen riesigen Pool an besonderen Kindern. Mitglieder zu finden, war noch nie ein Problem, auch nicht in unserer popsozialisierten Welt.“ Die beiden Köpfe des Landesensembles könnten bisweilen aber durchaus etwas mehr Unterstützung gebrauchen. „Ich habe mich gerade wieder so aufgeregt!“, bricht es aus Scherer heraus. „Ich möchte sehr bedauernd ausdrücken, dass unser öffentlicher Rundfunk, der RBB, der ja meiner Meinung nach auch die Aufgabe hat, das Leben der Stadt zu spiegeln, sich total gegen uns sträubt und jegliche Zusammenarbeit mit unserem Jugendensemble ablehnt. Ich bin entsetzt, dass die Neue-Musik-Redaktion dermaßen verschlafen ist und sich keine Zeit für die Jugend nimmt.“ Deutliche Worte zweier Herren, die es ernst meinen mit der Mission „Neue Musik goes 21. Jahrhundert“.

Konzert des Landesjugendensembles Neue Musik
18. Oktober 2014 / 20.00 Uhr / in der Tischlerei

Fr, 12. Sep.
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Peter Seiffert wird „Berliner Kammer...

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Peter Seiffert wird „Berliner Kammersänger“

Peter Seiffert in TRISTAN UND ISOLDE © Matthias Horn

Peter Seiffert in TRISTAN UND ISOLDE © Matthias Horn

Wir freuen uns sehr, dass der Berliner Senat dem Vorschlag der Deutschen Oper Berlin gefolgt ist und Peter Seiffert den Ehrentitel „Berliner Kammersänger“ verleiht. Die feierliche Urkundenübergabe findet am 7. Dezember 2014 im Anschluss an die Vorstellung von Wagners Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg, eine der Paraderollen des Tenors, in der Deutschen Oper Berlin statt. Die Ehrung wird Staatssekretär Tim Renner vornehmen.

Peter Seiffert ist einer der ganz Großen seines Faches und singt an allen großen Opernhäusern der Welt. Seine Karriere begann nach ersten Erfolgen in Düsseldorf und München an der Deutschen Oper Berlin, wo er von 1982 bis 1992 fest im Ensemble engagiert war und schnell zum Publikumsliebling avancierte. Seine lyrische leuchtende Stimme, die ihn für Mozart-Partien wie auch für den Faust von Charles Gounod prädestinierte, entwickelte sich im Lauf der Jahre systematisch in das schwerere Fach, das er 1990 mit der von Götz Friedrich inszenierten Premiere LOHENGRIN betrat. Auch als freischaffender Künstler kommt er immer wieder gern nach Berlin zurück, an die Deutsche Oper wie an die Staatsoper, und wird vom Publikum begeistert gefeiert. In den letzten Jahren war er als Turiddu, Pedro, Tannhäuser, Siegmund, Otello und Tristan an der Deutschen Oper Berlin zu erleben.

Do, 4. Sep.
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Götz-Friedrich-Preis 2013/2014

Der Götz-Friedrich-Preis für die beste Opernaufführung der Spielzeit 2013/14 geht an Yuval Sharon für seine Inszenierung...

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Götz-Friedrich-Preis 2013/2014

Der Götz-Friedrich-Preis für die beste Opernaufführung der Spielzeit 2013/14 geht an Yuval Sharon für seine Inszenierung von John Adams Oper DOCTOR ATOMIC am Staatstheater Karlsruhe. Den Studio-Preis erhält Béatrice Lachaussée für die Inszenierung von Wolfgang Rihms Kammeroper JAKOB LENZ, eine Produktion der Oper Köln in der Trinitatiskirche. Die Preisgelder werden auch in diesem Jahr von der Gasag gestiftet.

Die Preisverleihung findet am 3. Dezember 2014 um 20 Uhr im Foyer der Deutschen Oper Berlin statt. Bei diesem Anlass wird Dr. Christian Wildhagen (FAZ) mit dem Regisseur und ehemalige Preisträger Prof. Sebastian Baumgarten über das Thema „Wie werde ich Opernregisseur – und warum?“ sprechen.

Fr, 27. Jun.
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Reise durch eine Technik-Landschaft

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Mi, 1. Okt

Dinorah oder Die Wallfahrt nach Ploë...

Philharmonie Berlin - Großer Saal / 20:00 Uhr / weiterlesen / Ticket kaufen


Trailer von Chris and the Fatsox



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Tischlerei 2014/2015

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Tischlerei 2014/2015

  • Tischlerei
    Ecke Zillestraße / Richard-Wagner-Straße, 10585 Berlin.
    Die Tischlerei öffnet 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

    Kartenverkauf
    Karten für die Vorstellungen in der Tischlerei sind montags bis samstags von 11 Uhr bis 1,5 Std. vor Vorstellungsbeginn sowie sonntags von 10 – 14 Uhr an der Kasse (Zugang Götz-Friedrich-Platz) oder ab eine Stunde vor Vorstellungsbeginn an der Abendkasse der Deutschen Oper Berlin (Zugang Bismarckstraße 35) erhältlich.
    In der Tischlerei gibt es keinen Kassenbetrieb. Selbstverständlich sind Karten telefonisch unter 030-343 84 343 und im Webshop zu erwerben.

    Anfahrt
    U2 bis „Deutsche Oper“ oder U2 / U7 bis „Bismarckstraße“ (diese Station ist barrierefrei) / Bus 101 bis „Otto-Suhr-Allee/Leibnizstr.“, M45 bis „Richard-Wagner-Platz“

  • Produktionen in der Tischlerei


    The Recording
    Matthew Herbert und Band / weiterlesen
    18., 19., 20., 21., 22., 23., 24., 25. September 2014
    Tryout / Kooperation mit der HfM „Hanns Eisler“
    Musiktheater für Kinder und Jugendliche /
    Herbst 2014 (öffentliche Präsentation)
    In Transit / Premiere
    Eva-Maria Abelein, Mischa Tangian u. a. / weiterlesen
    6., 8., 9., 17., 18., 19. November 2014
    Gold / Premiere
    Leonard Evers (*1985) / weiterlesen
    5., 7., 9., 10., 11., 12., 21., 22. Dez. 2014; 9., 10., 11. Feb.; 6., 7., 8. Mrz. 2015
    Give-A-Way / Premiere
    Klangrecherche mit Schülern, Musikern und Alexandra Holtsch / weiterlesen
    24., 27., 28., 29. Januar 2015
    Kannst du pfeifen, Johanna / Wiederaufnahme
    Gordon Kampe (*1976) / weiterlesen
    20., 21., 22., 24., 25., 26. Februar 2015
    Neue Szenen II / Uraufführungen
    Internationaler Kompositionswettbewerb / weiterlesen
    10., 11., 14., 15. April 2015
    Augenblick mal! / Festival
    Das Festival des Theaters für Junges Publikum /
    21. – 26. April 2015
    Hoffmann / Wiederaufnahme
    nach Jacques Offenbach (1819 –1880) / weiterlesen
    6., 7., 8. Mai 2015
    Comfort Ye / Gastspiel
    Ein Opernprojekt des Umcolo, Südafrika / weiterlesen
    30., 31. Mai 2015
    Sounds for a while / Premiere
    Musiktheaterinstallation von Anselm Dalferth / weiterlesen
    25., 27., 28., 29., 30. Juni; 2. Juli 2015

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Saisonvorschau 2014/2015

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    Der Vorverkauf für die Saison 2014/2015 beginnt am 17. März 2014.

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Sascha Weidner – Fotografien zur Saison 14/15

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