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Maurice Béjart

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CHOREOGRAPH

wird am 1. Januar 1927 in Marseille geboren. Sein Vater ist der Philosoph Gaston Berger. Noch während der Schulzeit, mit 14 Jahren, hat er seinen ersten Auftritt als Tänzer. Nach dem Abitur erlangt er einen akademischen Abschluss in Ästhetik und Metaphysik.
Seine tänzerische Ausbildung absolviert er bei Madame Egorova, Madame Rousanne und Léo Staats. Er beginnt seine Laufbahn als klassischer Tänzer 1946 in Vichy, dann an der Seite von Janine Charrat und Roland Petit und vor allem in London beim International Ballet. Bei einer Schweden-Tournee mit dem Ballet Cullberg entdeckt er 1949 die Ausdrucksmöglichkeiten des modernen Tanzes. Die Mitarbeit an einem schwedischen Filmprojekt zum „Feuervogel“ konfrontiert ihn zum ersten Mal mit Igor Strawinsky.
Zurück in Paris sind es allerdings Chopin-Stücke, an denen sich Maurice Béjart choreographisch ausprobiert, dabei begleitet ihn der Kritiker Jean Laurent. Der Tänzer Béjart widmet sich fortan auch der Choreographie. Zu einem frühen Markenzeichen seines unverwechselbaren Stils wird 1955 „Symphonie pour un homme seul“ (Musik: Pierre Henry und Pierre Schæffer), das er mit Tänzern seiner inzwischen gegründeten Ballettcompagnie Les Ballets de l’Étoile zur Uraufführung bringt. In kurzer Folge entstehen weitere Choreographien: „Orphée“, „Haut Voltage“, „Prométhée“, oder „Sonate à trois“ (nach Jean-Paul Sartres Dramenvorlage „Geschlossene Gesellschaft“).
Maurice Huismans, Direktor des Brüsseler Théâtre Royal de la Monnaie, wird auf Maurice Béjart aufmerksam und verpflichtet ihn 1959 „Le Sacre du printemps“ zu choreographieren, das bis heute weltweit Eingang in das Ballettrepertoire gefunden hat. Maurice Béjart folgt der Einladung an das Théâtre de la Monnaie und lässt sich 1960 in Brüssel mit seinem neugegründeten Ballet du XXième Siècle nieder, mit dem er die ganze Welt bereisen wird. Neben seine berühmte „Sacre“-Choreographie stellt er 1961 „Boléro“, 1967 „Messe pour le temps présent“ und 1970 „L’Oiseau de feu“. Béjarts ausgeprägter Sinn für kulturellen Kosmopolitismus, der bereits durch seinen Vater Gaston Berger geschärft worden war, prägt sein choreographisches Interesse. Er widmet sich den unterschiedlichsten Ausdrucksmöglichkeiten verschiedener Zivilisationen (in „Bhakti“, „Golestan“, „Kabuki“, „Dibbouk“, „Pyramide“) und schöpft zugleich aus einem breit gefächerten musikalischen Repertoire von Pierre Boulez bis Richard Wagner.

Sein pädagogisches Gespür bewegt ihn zur Gründung einer eigenen Schule, die er nach der indischen Lehre der Gesten und Bewegungen ‚Mudra‘ nennt. Zunächst in Brüssel (1970) und dann auch in Dakar (1977) beheimatet, wachsen an seiner Schule Generationen von Tänzern heran. 1987 siedelt Maurice Béjart mit seiner Compagnie und der Schule, die er jetzt ‚Rudra‘ nennt, nach Lausanne um. Um die »Essenz des Interpreten wiederzuentdecken«, entschließt er sich 1992, sein Béjart Ballet Lausanne um 30 Tänzer zu verkleinern. Unter der großen Zahl an Werken, die er für diese Compagnie choreographiert und während dieser Periode geschaffen hat, finden sich „Ring um den Ring“, „Le Mandarin merveilleux“, „King Lear – Prospero“, „Apropos Scheherazade“, „Le Presbytère“, „Mutationx“, „La Route de la soie“, „Le Manteau“, „Enfant-Roi“, „La Lumière des eaux“ oder „Lumière“.
Ohne sich Genregrenzen jemals unterworfen zu haben, widmet Maurice Béjart sich auch der Inszenierung von Theaterstücken („La Reine verte“, „Casta Diva“, „Cinq Nô modernes“, „A-6-Roc“) und Opern („Salome“, „La Traviata“, „Don Giovanni“). Außerdem hat er mehrere Filmprojekte realisiert, („Bhakti“, „le danseu“ mit Jorge Donn, „Je suis né à Venis“e mit der Sängerin Barbara oder „Paradoxe sur le comédien...“). Ohne die Publikationen, die Béjart als Autor veröffentlicht hat, (ein Roman, Erinnerungen, Tagebücher, ein Gedichtband, ein Theaterstück etc.) wäre sein Werk aber nicht vollständig zu nennen.
Auf Veranlassung des japanischen Kaisers Hirohito wurde Béjart 1986 in den „Orden der aufgehenden Sonne“ aufgenommen. 1988 ernannte ihn der belgische König Baudouin zum „Grand Officier de l’Ordre de la Couronne Belgique“. 1993 wurde sein Werk von der japanischen Art Association mit dem „Praemium Imperiale“ ausgezeichnet, 1999 mit dem „Kyoto Prize“ der japanischen Inamori Stiftung. 1994 ernannte die Académie des Beaux Arts de l’Institut de France Maurice Béjart zum Ehrenmitglied, Ehrenbürger der Stadt Lausanne ist er seit 1996. 2002 wurde ihm der Preis „Grand Siècle Laurent Perrier“ verliehen, der französische Botschafter in der Schweiz erhob ihn 2003 zum „Commandeur de l’Ordre des Arts et des Lettres“. 2004 wurde er beim Movimentos Tanzfestival in Wolfsburg mit einem Preis für sein Lebenswerk geehrt.
Im August 2002 hat Maurice Béjart eine Compagnie junger Tänzer gegründet, die Compagnie ‚M‘, für die er die Choreographie „Mère Teresa et les enfants du monde“ geschaffen hat. Unter Mitwirkung von Marcia Haydée hat die Truppe eine Welttournee unternommen. Eine seiner jüngsten Choreographien hat Maurice Béjart Federico Fellini gewidmet, „Ciao Federico“ wurde 2003 anlässlich des zehnten Todestages des Filmregisseurs uraufgeführt.

Am 22. November 2007 stirbt Maurice Béjart nach schwerer Krankheit in Lausanne.

 

Maurice Béjart

zur Person
CHOREOGRAPH

wird am 1. Januar 1927 in Marseille geboren. Sein Vater ist der Philosoph Gaston Berger. Noch während der Schulzeit, mit 14 Jahren, hat er seinen ersten Auftritt als Tänzer. Nach dem Abitur erlangt er einen akademischen Abschluss in Ästhetik und Metaphysik.
Seine tänzerische Ausbildung absolviert er bei Madame Egorova, Madame Rousanne und Léo Staats. Er beginnt seine Laufbahn als klassischer Tänzer 1946 in Vichy, dann an der Seite von Janine Charrat und Roland Petit und vor allem in London beim International Ballet. Bei einer Schweden-Tournee mit dem Ballet Cullberg entdeckt er 1949 die Ausdrucksmöglichkeiten des modernen Tanzes. Die Mitarbeit an einem schwedischen Filmprojekt zum „Feuervogel“ konfrontiert ihn zum ersten Mal mit Igor Strawinsky.
Zurück in Paris sind es allerdings Chopin-Stücke, an denen sich Maurice Béjart choreographisch ausprobiert, dabei begleitet ihn der Kritiker Jean Laurent. Der Tänzer Béjart widmet sich fortan auch der Choreographie. Zu einem frühen Markenzeichen seines unverwechselbaren Stils wird 1955 „Symphonie pour un homme seul“ (Musik: Pierre Henry und Pierre Schæffer), das er mit Tänzern seiner inzwischen gegründeten Ballettcompagnie Les Ballets de l’Étoile zur Uraufführung bringt. In kurzer Folge entstehen weitere Choreographien: „Orphée“, „Haut Voltage“, „Prométhée“, oder „Sonate à trois“ (nach Jean-Paul Sartres Dramenvorlage „Geschlossene Gesellschaft“).
Maurice Huismans, Direktor des Brüsseler Théâtre Royal de la Monnaie, wird auf Maurice Béjart aufmerksam und verpflichtet ihn 1959 „Le Sacre du printemps“ zu choreographieren, das bis heute weltweit Eingang in das Ballettrepertoire gefunden hat. Maurice Béjart folgt der Einladung an das Théâtre de la Monnaie und lässt sich 1960 in Brüssel mit seinem neugegründeten Ballet du XXième Siècle nieder, mit dem er die ganze Welt bereisen wird. Neben seine berühmte „Sacre“-Choreographie stellt er 1961 „Boléro“, 1967 „Messe pour le temps présent“ und 1970 „L’Oiseau de feu“. Béjarts ausgeprägter Sinn für kulturellen Kosmopolitismus, der bereits durch seinen Vater Gaston Berger geschärft worden war, prägt sein choreographisches Interesse. Er widmet sich den unterschiedlichsten Ausdrucksmöglichkeiten verschiedener Zivilisationen (in „Bhakti“, „Golestan“, „Kabuki“, „Dibbouk“, „Pyramide“) und schöpft zugleich aus einem breit gefächerten musikalischen Repertoire von Pierre Boulez bis Richard Wagner.

Sein pädagogisches Gespür bewegt ihn zur Gründung einer eigenen Schule, die er nach der indischen Lehre der Gesten und Bewegungen ‚Mudra‘ nennt. Zunächst in Brüssel (1970) und dann auch in Dakar (1977) beheimatet, wachsen an seiner Schule Generationen von Tänzern heran. 1987 siedelt Maurice Béjart mit seiner Compagnie und der Schule, die er jetzt ‚Rudra‘ nennt, nach Lausanne um. Um die »Essenz des Interpreten wiederzuentdecken«, entschließt er sich 1992, sein Béjart Ballet Lausanne um 30 Tänzer zu verkleinern. Unter der großen Zahl an Werken, die er für diese Compagnie choreographiert und während dieser Periode geschaffen hat, finden sich „Ring um den Ring“, „Le Mandarin merveilleux“, „King Lear – Prospero“, „Apropos Scheherazade“, „Le Presbytère“, „Mutationx“, „La Route de la soie“, „Le Manteau“, „Enfant-Roi“, „La Lumière des eaux“ oder „Lumière“.
Ohne sich Genregrenzen jemals unterworfen zu haben, widmet Maurice Béjart sich auch der Inszenierung von Theaterstücken („La Reine verte“, „Casta Diva“, „Cinq Nô modernes“, „A-6-Roc“) und Opern („Salome“, „La Traviata“, „Don Giovanni“). Außerdem hat er mehrere Filmprojekte realisiert, („Bhakti“, „le danseu“ mit Jorge Donn, „Je suis né à Venis“e mit der Sängerin Barbara oder „Paradoxe sur le comédien...“). Ohne die Publikationen, die Béjart als Autor veröffentlicht hat, (ein Roman, Erinnerungen, Tagebücher, ein Gedichtband, ein Theaterstück etc.) wäre sein Werk aber nicht vollständig zu nennen.
Auf Veranlassung des japanischen Kaisers Hirohito wurde Béjart 1986 in den „Orden der aufgehenden Sonne“ aufgenommen. 1988 ernannte ihn der belgische König Baudouin zum „Grand Officier de l’Ordre de la Couronne Belgique“. 1993 wurde sein Werk von der japanischen Art Association mit dem „Praemium Imperiale“ ausgezeichnet, 1999 mit dem „Kyoto Prize“ der japanischen Inamori Stiftung. 1994 ernannte die Académie des Beaux Arts de l’Institut de France Maurice Béjart zum Ehrenmitglied, Ehrenbürger der Stadt Lausanne ist er seit 1996. 2002 wurde ihm der Preis „Grand Siècle Laurent Perrier“ verliehen, der französische Botschafter in der Schweiz erhob ihn 2003 zum „Commandeur de l’Ordre des Arts et des Lettres“. 2004 wurde er beim Movimentos Tanzfestival in Wolfsburg mit einem Preis für sein Lebenswerk geehrt.
Im August 2002 hat Maurice Béjart eine Compagnie junger Tänzer gegründet, die Compagnie ‚M‘, für die er die Choreographie „Mère Teresa et les enfants du monde“ geschaffen hat. Unter Mitwirkung von Marcia Haydée hat die Truppe eine Welttournee unternommen. Eine seiner jüngsten Choreographien hat Maurice Béjart Federico Fellini gewidmet, „Ciao Federico“ wurde 2003 anlässlich des zehnten Todestages des Filmregisseurs uraufgeführt.

Am 22. November 2007 stirbt Maurice Béjart nach schwerer Krankheit in Lausanne.