Carmen


Georges Bizet (1838 – 1875)

Opéra comique in four acts by Georges Bizet; Libretto by Meilhac and Ludovic Halévy, based on a novella by Prosper Mérimée; First performed on 3rd March 1875, in Paris; Premiered at the Deutsche Oper Berlin on 11th May 1979; Revised version on 8th March 2008

In French with German and English surtitles

open

Information

close

Information

Sinnlich, offensiv und jenseits jeder bürgerlichen Moral: Georges Bizets fatale Dreiecksgeschichte CARMEN konnte bei ihrer Uraufführung 1875 in der Pariser Opéra Comique nur Empörung hervorrufen. Etliche Jahre fristete sie daher ein Schattendasein – heute unvorstellbar, schließlich gilt sie inzwischen als berühmteste Oper überhaupt. Banal und existenziell zugleich ist die Geschichte der Begegnung von Carmen und Don José, an deren Ende der unvermeidlich-tragische Mord steht. Carmens absoluter Freiheitswille, ihre Bereitschaft, Beziehungen nur auf der Grundlage völliger Unabhängigkeit und Gleichberechtigung einzugehen, machen sie für Don José zu einem unwiderstehlichen Objekt der Begierde. Ihren grenzenlosen Freiheitswillen jedoch erträgt er nicht. Seinem Begehren völlig ausgeliefert, muss er sie am Ende auslöschen und sich selbst mit ihr.

Bizet ist es gelungen, den tragischen Stoff mit den Mitteln einer Opéra comique zu erzählen, die musikalisch das gesamte Spektrum von Leichtigkeit, Alltäglichkeit, Albernheit und Härte, Verführung und Spiel, Grausamkeit und Schicksalhaftigkeit einsetzt. Berühmt geworden ist vor allem die ursprünglich kubanische »Habanera«, mit der die Tabakarbeiterin Carmen die Aufmerksamkeit Don Josés auf sich zieht. Tänzerische Elemente und spanische Rhythmen dominieren die von Ohrwürmern durchzogene Musik. Das romantisch-wilde Land, das sich hinter den Pyrenäen erstreckt, faszinierte auch Georges Bizet. Und so gilt CARMEN heute als Schlüsselwerk der französischen Sehnsucht nach dem unbekannten und verklärten Nachbarn. Die verhängnisvolle Geschichte im Spannungsfeld zwischen absoluter Hingabe und totaler Freiheit mit ihrer exzessiven erotischen Spannung – möglich war sie im Paris des 19. Jahrhunderts nur jenseits der bürgerlichen Grenzen, räumlich wie ideell.

The Children's Chorus is supported by Berliner Volksbank and Berliner Morgenpost

open

Accompanying Programme

close

Accompanying Programme

Pre-performance lecture (in German): 45 minutes prior to each performance