Werther (konzertant)


Jules Massenet (1842 – 1912)

Konzertante Oper in der Berliner Philharmonie

Drame lyrique in vier Akten; Libretto von Edouard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann nach dem Roman Die Leiden des jungen Werthers von Johann Wolfgang Goethe; Uraufführung am 16. Februar 1892 in Wien; Konzertante Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 16. Juni 2014

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

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„Die Harmonien sind hier wie menschliche Arme, die Melodien wie Nacken, um die sich diese Arme schlingen; man neigt sich über Frauenstirnen, weil man um alles in der Welt ergründen möchte, was hinter diesen Stirnen vorgeht.“ (Claude Debussy)

Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“ war ein bis dahin auf dem Buchmarkt nicht gekannter Massenerfolg und machte den gerade einmal 23jährigen Autor schlagartig berühmt. Goethes so subjektive Schilderung von Werthers Lieben und Leiden traf und prägte das Lebensgefühl einer ganzen Generation und steht bis heute paradigmatisch für ekstatische, aussichtslose Liebe.

Jules Massenets WERTHER ist aber viel mehr als eine Romanvertonung. Die radikal subjektive Perspektive Werthers, aus der Goethes Roman erzählt wird, muss bei der Transformation in eine Oper aufgegeben werden. Und so wendet sich Massenet auch Charlotte zu und versucht zu ergründen, was sie antreibt und zurückhält. Ihr Gefühlskonflikt kontrastiert Werthers Schwärmereien und lässt Charlotte von einer Projektionsfläche zu einer ebenbürtigen Partnerin Werthers werden. Die beiden Hauptpartien, deren groß angelegte Duette im Zentrum jedes der vier Akte stehen, bilden eine ideale Grundlage für die Präsentation außergewöhnlicher Stimmen. Doch nicht nur in den vokalen Linien, sondern auch in dem dicht mit den Singstimmen verwobenen Orchestersatz zeigt sich Massenets Melodienreichtum. Lyrische Emphase, aber auch expressive, instrumentale Ausbrüche an dramatischen Höhepunkten prägen das durchkomponierte „Drame lyrique“.