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Hinter der Bühne ... mit Dan Wehner

09.08.2018

Hinter der Bühne ... mit Dan Wehner

Dan Wehner leitet die Theaterplastik des Bühnenservice Berlin. Dort entstand ein Pferd für WOZZECK – und für das Fell des Modells hat Wehner ein Experiment gewagt. Ob es gelungen ist? Hier erzählt er es.

 

© Jonas Holthaus
 
 

 

Dan Wehner, Leiter der Theaterplastik des Bühnenservice Berlin © Jonas Holthaus
 
 
 
Mit abgeklebten Hufen © Dan Wehner

Wir haben die Teile des Pferdes abgeklebt, auf denen wir kein Fell wollen: die Hufen, den Schwanz und die Mähne. Die Flocken werden aus einiger Entfernung aufgeschossen, das hätte ziemlich stauben können. So schlimm wurde es dann aber nicht. Die Kabine hatte trotzdem einen guten Zweck: Die Kollegin konnte in Ruhe arbeiten.

 

 

 

Töpfe mit Flocken © Dan Wehner

Das sind Töpfe mit verschiedenfarbigen Fellflocken. Wir nutzen die Farben, damit das Fell lebendig wirkt. Denn ein Pferd hat nicht von oben bis unten die selbe Farbe. Das Unterfell ist heller, das Oberfell ist dunkler. Das Fell um die Hufe herum ist fast schwarz, das um die Nüstern grau. 

 

 

 

Das Pferd mit unserer Mitarbeiterin © Dan Wehner

Hier steht meine Kollegin Esther Jansen am Pferd. Mit dem Gerät, das sie in der Hand hält, werden die Flocken aufgetragen. Darin stecken die Fasern und werden daraus nach vorn geschossen. Dann werden sie mit dem Gerät elektrostatisch aufgeladen. Mit dieser Technik kann man das Fell abstehen lassen oder dichter anlegen und Wirbel erzeugen.

 

 

 

Töpfe mit Kleber © Dan Wehner

Wir haben einige Kleber getestet, denn Kleber trocknen unterschiedlich schnell und halten unterschiedlich gut. Der Kleber muss kräftig sein, denn das Pferd steht nicht einfach auf der Bühne herum. Burkhard Ulrich, der den Hauptmann darstellt, sitzt während der Vorstellungen zu WOZZECK auf dem Pferd und klettert hinauf und hinunter.

 

 

 

Das Fell im Detail © Dan Wehner

Ich bin positiv überrascht davon, wie naturalistisch das Fell aussieht. Ich hatte die Befürchtung, dass es so wirkt wie eine Schaufensterpuppe, ganz tot. Aber man sieht alle Wirbel und Schattierungen. Sogar die Kollegen, die vorher total skeptisch waren, sind begeistert.

 

 

 

Das Pferd mit Sattel © Dan Wehner

Eine Woche hat meine Kollegin an dem Fell gearbeitet, etwa 40 Stunden. Nun fehlt nur noch das Finish, einige Farbakzente, die wir mit Airbrush auftragen. Und dann darf unser Pferd auf die Bühne: am 5. Oktober 2018 zur Premiere von WOZZECK.

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