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Nachruf

Im Gedenken an Walter Hagen-Groll

1927 – 2018

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Es dürfte immer noch eine Ausnahme sein, dass der Name des Chordirektors genannt wird, wenn es darum geht, die Verantwortlichen für den Ruf eines großen Opernhauses auszumachen. Im Falle von Walter Hagen-Groll war es jedoch selbstverständlich, dass sein Name im gleichen Atemzug mit den Chefdirigenten und Intendanten genannt wurde, die der Deutschen Oper Berlin in der Zeit nach 1961 zu weltweitem Ansehen verhalfen. Denn fast ein Vierteljahrhundert lang leitete Hagen-Groll nicht nur diesen damals größten Opernchor Europas, sondern machte aus den 120 Sängern und Sängerinnen ein Kollektiv, das mit seinem Ausdrucksspektrum die Möglichkeiten eines Opernchores erweiterte und damit den Chor als gleichberechtigten Partner von Sängern und Orchester etablierte. Durch das Wirken Hagen-Grolls wurde der Chor der Deutschen Oper Berlin nicht nur zum begehrten Partner von Auftritten und Aufnahmeprojekten unter Dirigenten wie Karajan, Böhm und Sinopoli, sondern er wurde auch zum Modellfall eines großen Opernchores, dessen Klangkultur bis heute Maßstäbe setzt.

Durch die Kontinuität und Bedeutung seiner künstlerischen Arbeit wurde Walter Hagen-Groll zu einem prägenden Künstler nicht nur der Deutschen Oper Berlin, sondern auch zu einem international geschätzten kulturellen Repräsentanten Westberlins. Seinem Stammhaus blieb er fast seine ganze Laufbahn über treu: geboren in Chemnitz, trat er sein Amt als Chordirektor der Deutschen Oper Berlin bereits mit 34 Jahren an, wechselte erst 1984 für zwei weitere Jahre an die Wiener Staatsoper und gab sein Wissen ab 1986 auch als Professor einer Chordirigentenklasse am Salzburger Mozarteum weiter.

Walter Hagen-Groll verstarb am 3. November 2018 in Salzburg.

Die Deutsche Oper Berlin, deren Ehrenmitglied er war, trauert um einen großen Künstler, dem sie unendlich viel verdankt.