Sonderkonzert


Im Rahmen des Musikfests Berlin / in der Philharmonie

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„Nie konnte ich nur auf mich selbst bezogen arbeiten. Ich kann nur wirklich arbeiten auf Grund der Tradition, die ich hinter mir weiß. Und nicht nur im Bewusstsein der musikalischen Tradition, sondern auch der Tradition der Malerei und der Architektur, der Landschaft, die mich umgibt, und der Menschen, die mich umgeben.“ (Benjamin Britten)

Dem rauen Klima der englischen Ostküste und ihrer Bewohner hat Benjamin Britten in seiner 1945 uraufgeführten Oper „Peter Grimes“ ein Denkmal von einzigartiger Schönheit und dramatischer Intensität gewidmet. Er selbst schrieb, es sei ihm beim Komponieren des Werkes darum gegangen, der „Ehrfurcht vor dem ewigen Kampf der Männer und Frauen, die ihr Leben und ihren Lebensunterhalt dem Meer abtrotzen, Ausdruck zu verleihen.“ Einige der suggestiven orchestralen Naturschilderungen aus „Peter Grimes“ hat Britten auch Aufführungen im Konzertsaal zugänglich gemacht. Eine ganz andere Seite des Komponisten zeigen die Rimbaud-Vertonungen „Les Illuminations“ aus dem Jahr 1939, die in diesem Konzert des Orchesters der Deutschen Oper Berlin unter der Leitung von Donald Runnicles mit Klaus Florian Vogt als Solist erklingen.

Wie Britten schöpfte auch Dmitri Schostakowitsch aus dem reichen Fundus traditioneller musikalischer Ausdrucksmittel, um auf diesem Wege zu einer eignen, keineswegs eklektizistischen Klangsprache zu finden. Ein überraschendes Resümee seines Verhältnisses zur Vergangenheit zog der russische Komponist in seiner 1972 uraufgeführten letzten, der „15. Sinfonie“.

Das Orchesterfestival der Berliner Festspiele – veranstaltet in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker – bildet jeweils im Spätsommer den spektakulären Auftakt der Berliner Konzertsaison. Internationale Spitzenorchester, Instrumental- und Vokalensembles präsentieren gemeinsam mit den großen Symphonieorchestern der Stadt Berlin ein ambitioniertes Festivalprogramm mit jeweils wechselnden thematischen Schwerpunkten.
Das Orchester gehört – neben Oper, Theater und Kino – zu den komplexesten, größten und vielgestaltigsten „Maschinen“, die die abendländische Kultur zur Herstellung von Vorstellungen und Emotionen hervorgebracht hat. Die Vielfalt der heute bestehenden Orchesterformationen ist unter dem Einfluss der modernen Technologien und in Kenntnis der historischen Aufführungspraxen wesentlich zu erweitern. Das rund zweiwöchige Festival widmet sich daher nicht nur dem symphonischen Repertoire, sondern insbesondere den bedeutenden, raren, vergessenen, ungewöhnlichen und neuen Werken aus Geschichte und Gegenwart. Das Musikfest Berlin versteht sich als ein Forum für die innovative künstlerische Arbeit der großen Orchester und Ensembles des internationalen Musiklebens.

Benjamin Britten (1913 – 1976)
Four sea interludes / Passacaglia
from PETER GRIMES for orchestra op. 33a/b (1945)

Benjamin Britten (1913 – 1976)
Les Illuminations for voice and string orchestra
based on poems by Rimbaud op. 18 (1939)

Dmitri Schostakowitsch (1906 – 1975)
Symphonie No 15 A-Major op. 141 (1971)

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin in Kooperation mit der Deutschen Oper Berlin