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HALBSZENISCHE AUFFÜHRUNG!

Die Hochzeit des Figaro

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)
Do 28.12.2017 - 19:00 Uhr
C-Preise: € 95,– / 76,– / 53,– / 29,–

Sehr geehrte Damen und Herren, aller Einsatz zeigt erste Wirkungen! Das intensive Trocknen und Belüften – nach dem am 24. Dezember aufgetretenen großen Wasserschaden auf der Bühne der Deutschen Oper Berlin – führte heute dazu, dass sich erstmalig der Eiserne Vorhang wieder heben und einige Züge fahren ließen. Das heißt, alle Künstler und Mitarbeiter stehen bereit, damit ab dem 28. Dezember die ersten Vorstellungen halbszenisch für unser Publikum über die Bühne gehen können. Da der Orchestergraben unbeschadet blieb, können damit die geplanten Aufführungen von Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“ am 28. Dezember, von Puccinis „La Boheme“ am 29. Dezember sowie Silvester um 15 und 19.30 Uhr und Rossinis „Der Barbier von Sevilla“ am 30. Dezember halbszenisch (mit Künstlern in Kostüm und Maske und in improvisiertem Bühnenlicht) stattfinden. Gleichzeitig lädt die Deutsche Oper Berlin vor der Vorstellung jeden Zuschauer zu einem Glas Sekt oder anderen Getränks ein.Wer diese einmalige Vorstellungsform nicht erleben möchte, erhält den Kartenpreis mittels des Formulars auf der Website www.deutscheoperberlin.de ersetzt, Informationen auch beim telefonischen Kartenservice unter 030-34384 343.
Damit wird der einstweilen ausgesetzte Vorverkauf wieder aufgenommen. Ab wann szenische Vorstellungen in gewohnter Form möglich sein werden, darüber informieren wir zu gegebener Zeit.


Für Rückerstattungen durch die Deutsche Oper Berlin gilt:
Für bezahlte Eintrittskarten haben die Gäste die Wahl des Umtauschs auf ein anderes Vorstellungsdatum oder in einen Gutschein sowie die Rückerstattung des Kaufpreises (betrifft die Vorstellungen von 28. bis 31. Dezember 2017). Die Gäste werden gebeten, ein Auszahlungsformular ausgefüllt und zusammen mit ihren Tickets an die Deutsche Oper Berlin – Kartenservice, Richard-Wagner-Straße 10, 10585 Berlin zu senden. Das Formular steht ab jetzt zum Herunterladen auf www.deutscheoperberlin.de bereit und kann des Weiteren per E-Mail oder telefonisch angefordert werden. Besucher der Deutschen Oper Berlin können das Formular alternativ auch zusammen mit einem Scan ihrer Eintrittskarten an info@deutscheoperberlin.de senden. Für Fragen steht der Karten- und Besucherservice unter der Telefonnummer +49 (0)30-343 84 343 zur Verfügung. Abo: WM, R

Informationen zum Werk

Commedia per musica in vier Akten
Libretto von Lorenzo da Ponte
Uraufführung am 1. Mai 1786 in Wien
Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 14. Dezember 1978

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

3 Stunden 45 Minuten / Eine Pause

Einführung: 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts

Besetzung

Musikalische Leitung

Nicholas Carter

Inszenierung

Götz Friedrich

Choreografische Mitarbeit

Rolf Warter

Graf Almaviva

Thomas Lehman

Gräfin Almaviva

Federica Lombardi

Cherubino

Irene Roberts

Figaro

Seth Carico

Don Basilio

Gideon Poppe

Don Curzio

Gideon Poppe

Bartolo

Stephen Bronk

Marcellina

Ronnita Miller

Barbarina

Meechot Marrero

Antonio

Andrew Harris

Zum Inhalt

Figaro und Susanna, Bedienstete am Hofe des Grafen Almaviva, wollen heiraten und richten sich im Schloss des Grafen die ihnen zugewiesene Wohnung ein. Während Figaro voller Vorfreude das Bett ausmisst, bleibt Susanna misstrauisch. Sie befürchtet, dass der Graf, dessen Liebe zu seiner Frau Rosina längst abgekühlt ist, von seinem »Recht der ersten Nacht« Gebrauch machen werde. Figaro ist außer sich und nimmt sich vor, die Pläne seines Herrn zu vereiteln. Auch bedrückt ihn ein anderes Problem: Aus Geldnot hatte er einst Marcellina, der Haushälterin des Grafen, die Ehe versprochen und wird nun von ihr bedrängt. Inzwischen hat der Page Cherubino Zuflucht bei Susanna gesucht, die im Schlafzimmer der Gräfin mit deren Garderobe beschäftigt ist. Der Graf hatte ihn bei der Gärtnerstochter Barbarina ertappt und entlassen, und Susanna soll nun ein gutes Wort für ihn einlegen. Als der Graf eintritt, um Susanna für sich zu gewinnen, muss er sich verstecken. Da betritt der Musikmeister Basilio die Szene, wenig später Figaro. Die Situation wird immer turbulenter, nur Susanna gelingt es mit Mühe, den Überblick zu behalten. Widerwillig stimmt der Graf zu, der Braut selbst den Schleier anzulegen, nicht ohne im Stillen darauf zu hoffen, dass sich für ihn noch eine Chance findet. Während dessen beklagt die Gräfin die Lieblosigkeit ihres Mannes. Figaro und Susanna wollen ihr helfen und schlagen eine Intrige vor: Der Graf solle eifersüchtig gemacht werden und zugleich einen Denkzettel erhalten.

Da die Beteiligten im Verlauf der Ereignisse aber jeweils auch ihre eigenen Wege gehen, geraten die Dinge außer Kontrolle. Nicht nur die Ehe von Graf und Gräfin, sondern auch die Liebe des jungen Paares scheinen gefährdet. Erst viele Verwicklungen später und am Ende eines äußerst missglückten abendlichen Stelldicheins findet man sich wieder zusammen, geläutert und – vielleicht – ein wenig klüger.

DIE HOCHZEIT DES FIGARO, Mozarts erste Zusammenarbeit mit dem Textdichter Lorenzo da Ponte, der später noch die Textbücher zu DON GIOVANNI und COSÌ FAN TUTTE verfassen sollte, basiert auf dem damals ebenso aktuellen wie umstrittenen französischen Lustspiel »La folle journée, ou Le Marriage de Figaro« [1783/84] von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais. Eine Komödie über ein Dienerpaar, das sich erfolgreich gegen seine Herrschaft zur Wehr setzt, war im vorrevolutionären Paris der frühen achtziger Jahre des 18. Jahrhunderts ein unerhörter Skandal. Dass da Ponte es schaffte, das Stück am Wiener Hof durchzusetzen, der ganz und gar nicht daran interessiert war, ein solch aufmüpfiges Spektakel auf die Bühne zu bringen, grenzt an ein Wunder.

Mozart und da Ponte überarbeiteten die Handlung, milderten die gesellschaftliche Brisanz der Charaktere ein wenig und passten die Dramaturgie des Stückes den Bedingungen des Musiktheaters an, ohne dabei die Bedeutung der Vorlage zu verleugnen. Das Ergebnis war eine der vollkommensten musikalischen Komödien der Operngeschichte: Zeitlos in ihrer Menschlichkeit, raffiniert und voller überraschender Wendungen im Aufbau der Handlung und von einem überwältigenden musikalischen Reichtum, der jede einzelne der Figuren in ihrem Verhältnis zu sich selbst wie auch zu den anderen lebendig werden lässt. Die Inszenierung von Götz Friedrich folgt der Mozartschen Vorgabe mit psychologischem Scharfblick, Sinn für das Absurd-Komische in den sich steigernden Verwicklungen und mit dem Verständnis für die menschliche Unvollkommenheit, die Mozart, nie entlarvend, aber immer kritisch analysierend, begreifbar macht.