Aida


Giuseppe Verdi (1813 – 1901)

Opera lirica in vier Akten
Libretto von Antonio Ghislanzoni nach einem Entwurf von Auguste Mariette,
ausgearbeitet von Camille Du Locle in Zusammenarbeit mit Giuseppe Verdi.
Uraufführung am 24. Dezember 1871 in Kairo
Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 22. November 2015

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

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„Amore, sommissione, dolcezza“ – das sind die Attribute, die Giuseppe Verdi seiner Titelfigur Aida zugeschrieben hat: eine Frau, die für eine reine Liebe, Fügsamkeit und Zartheit steht. Aida fügt sich damit ein in die Reihe jener weiblichen Kunstfiguren des 19. Jahrhunderts, die weniger reale Wesen als vielmehr Sehnsuchtsobjekte und Projektionsflächen chauvinistischer Männerträume waren und unweigerlich im Sterben aus Liebe ihre Bestimmung fanden. Auch Aida ist dieser Weg vorgezeichnet. Doch anders als in Verdis vorhergehenden Opern gibt es in AIDA einen Gegenentwurf zur todgeweihten Liebe: Amneris. Mit „molto vivacità“ charakterisiert Verdi sie in seinem Personenverzeichnis: Bei Amneris pulsiert das Leben. Wie eine Löwin kämpft sie um ihre Liebe, mit ihr wäre eine handfeste Beziehung möglich. Radames jedoch, der Mann zwischen Aida und Amneris, kann sich nicht für ein realistisches Leben entscheiden. Er verliert sich in Fantasien von Aida, der „exotischen“, fernen Frau. Aus Liebe zu diesem weiblichen Engel wird Radames in seinen Träumen zum Helden im Kampf gegen Unterdrückung und Leid, das jedoch ebenfalls in exotischen, anderen Welten, also fern der eigenen Wirklichkeit existiert. Vor den Augen der Öffentlichkeit inszeniert Radames sein Heldentum und leidet gleichzeitig am Scheitern des eigenen Anspruchs, die utopische Liebe und die politische Utopie miteinander vereinbaren zu können. Denn seine Traumfigur Aida ist ohnehin zum Sterben bestimmt, und die Rettung aller Gefangenen und Unterdrückten sowohl aussichtslos als auch ihrerseits mit Gewalt verbunden. So steht ein realitätsferner, am eigenen Weltschmerz leidender Held im Zentrum einer Oper, die die vielleicht pessimistischste von Giuseppe Verdi ist. Denn sie endet mit der Flucht vor der Welt und mit dem völligen Rückzug in ein steinernes Mausoleum. Am Schluss steht der Tod Aidas auch für den Tod der Utopie.

Regisseur Benedikt von Peter versteht in diesem Sinne Verdis „Grand Opéra“ AIDA als ein „Requiem auf die Utopie“, das von unzähligen Augenpaaren der Öffentlichkeit permanent verfolgt wird, und bespielt in seiner Inszenierung den gesamten Zuschauerraum der Deutschen Oper Berlin. Benedikt von Peter hat mit seinen Regiearbeiten und oft ungewöhnlichen Raumlösungen in den letzten Jahren auf sich aufmerksam gemacht, u.a. Verdis I MASNADIERI an der Oper Frankfurt, an der Komischen Oper Berlin Händels THESEUS, FIDELIO und IDOMENEO, am Theater Basel LES DIALOGUES DES CARMELITES und PARSIFAL sowie an der Staatsoper Hannover Luigi Nonos INTOLLERANZA 1960, LA TRAVIATA und DON GIOVANNI. Benedikt von Peter wurde für seine Inszenierungen in den letzten Jahren mehrfach ausgezeichnet: Für CHIEF JOSEPH am Theater Heidelberg erhielt er 2007 den Götz-Friedrich-Preis, für INTOLLERANZA 1960 im Jahr 2011 den Deutschen Theaterpreis DER FAUST. 2012 – 2015 war er als Leitender Regisseur Musiktheater in Bremen engagiert. 2014 wurde er für seine Inszenierungen am Theater Bremen (u. a. AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY, LA BOHEME, MAHLER III, MEISTERSINGER) sowie für die Gesamtleistung der Musiktheatersparte mit dem Kurt-Hübner-Preis ausgezeichnet. Ab der Spielzeit 2016/2017 wird Benedikt von Peter Intendant des Luzerner Theaters.

Mit Unterstützung des Förderkreises der Deutschen Oper Berlin e. V.

Präsentiert von Wall AG, kulturradio vom rbb, taz.die tageszeitung sowie tip Berlin

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Einführung: 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts (außer zur Premiere)