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Zum 80. Geburtstag am 1. September 2021

Herzlichen Glückwunsch, Julia Varady

Sie bekomme noch jedes Mal Herzklopfen, wenn sie an der Deutschen Oper vorbeifahre, und spüre den Impuls, einfach hineinzugehen, bekannte Julia Varady in dem Interview, das sie gemeinsam mit ihrem Mann Dietrich Fischer-Dieskau aus Anlass des hundertsten Geburtstags des Hauses gab. Das war 2012, 15 Jahre nach ihrem überraschenden Bühnenabschied, und kaum etwas verrät die tiefe Verbundenheit Julia Varadys mit der Deutschen Oper Berlin besser als diese intuitive Reaktion – so wie die echten Herzensbeziehungen, sei es zu Menschen oder zu Orten, eben nie wirklich beendet sind.

Von 1976 an, als sie in Mascagnis CAVALLERIA RUSTICANA an der Bismarckstraße debütierte, bis zu ihrem letzten Auftritt 1998 im Rahmen eines Sinfoniekonzerts war die 1941 in Rumänien geborene ungarische Sängerin die unbestrittene Primadonna der Deutschen Oper Berlin und stand für das Haus in insgesamt 161 Abenden und 18 verschiedenen Partien auf der Bühne. In einer Zeit, in der viele aufstrebende Sänger und Sängerinnen schon auf die schnelle Karriere durch Gastauftritte an allen großen Bühnen setzten, beschritt Varady konsequent einen anderen Weg und konzentrierte sich auf zwei Häuser, an denen das Publikum sie bald geradezu kultisch verehrte: München und Berlin.

Was Julia Varady für die Oper leistete, ist kaum hoch genug zu schätzen: Denn sie war eben nicht nur eine Diva, die mit ihrer perfekten Stimmkultur die Ansprüche der Aficionados erfüllte, sondern auch eine überzeugte Darstellerin, für die stimmliche Perfektion nie Selbstzweck war, sondern immer Mittel zur glaubwürdigen Gestaltung von Charakteren. Wohl auch deshalb stellte sie sich mit Offenheit den Anforderungen des Regietheaters und verhalf mancher verstörenden Inszenierung durch ihren rückhaltlosen Einsatz zur Akzeptanz beim Publikum.

Dieses Primadonnen-Charisma setzte sie in Berlin auch in der Zusammenarbeit mit umstrittenen Regisseuren wie Hans Neuenfels ein, in dessen legendärer Neuinszenierung von LA FORZA DEL DESTINO sie 1982 die Leonora verkörperte. Die großen Opernheldinnen Verdis von der Elisabetta in DON CARLO über die Aida 1982 (an der Seite ihres Mannes) bis zur Amelia im BALLO IN MASCHERA, ihrer letzten neuen Bühnenrolle 1994, stehen im Zentrum von Varadys Wirken an der Deutschen Oper Berlin, noch vor Mozart und Wagner. Das nicht ohne Grund, denn wo Mozart absolute Kontrolle und Feinschliff der Gesangslinie fordert und bei Wagner die überlebensgroße Emotion im Zentrum steht, fordert Verdi beides: Varadys Amelia, Aida, Violetta sind Frauenporträts, die alle Facetten von Fragilität und Scheu bis hin zu überlebensgroßer Opferbereitschaft aufweisen.

 

Dass die Bühnenlaufbahn Julia Varadys nach Differenzen mit Götz Friedrich, in dessen neuem FLIEGENDEN HOLLÄNDER sie als Senta vorgesehen war, relativ abrupt ein Ende fand, bedauern viele noch heute: Als Entschädigung bleiben zum Glück die vielen, wenngleich verstreuten Aufnahmen, die von ihrer sängerischen Kunst zeugen.

Heute wird die große Sängerdarstellerin Julia Varady 80 Jahre alt. Und wenn sie wieder an der Deutschen Oper vorbeifährt, hört sie hoffentlich auf ihr Herz und kommt herein. 

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