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Geschichte des Orchesters

  • Die Gründung

    Die Geschichte des Orchesters der Deutschen Oper Berlin ist unmittelbar verbunden mit den Spielstätten des Orchesters im Deutschen Opernhaus in Charlottenburg und seit 1961 in der heutigen Deutschen Oper Berlin.

    Charlottenburger Bürger ergriffen im Jahre 1912 nach dem Scheitern von Hans Gregors „Komischer Oper“ an der Weidendammer Brücke die Initiative, erbauten und gründeten innerhalb kürzester Zeit das Deutsche Opernhaus, das mit 2300 Plätzen eines der größten Opernhäuser der Welt in dieser Zeit war.

    Das Stellenvermittlungsbüro des Deutschen Musikerverbandes wählte aus 1000 Bewerbungen 75 Musiker aus und stellte damit ein Opernorchester zusammen, das den hohen Ansprüchen vollauf gerecht wurde. Am 7. November 1912 wurde das Deutsche Opernhaus mit der Vorstellung FIDELIO unter der Leitung von Kapellmeister Ignatz Waghalter eröffnet. Neben dem vielfältigen Opernrepertoire präsentierte man besonders die Werke Richard Wagners und der Zeitgenossen Richard Strauss und Giacomo Puccini. Puccini war bei der Deutschen Erstaufführung seiner Oper DAS MÄDCHEN AUS DEM GOLDENEN WESTEN anwesend und unterstützte die Einstudierung.

  • Erste Erfolge

    Unmittelbar nach dem 1. Weltkrieg gründeten die Orchestermitglieder in eigener Initiative die an Sonntagvormittagen stattfindenden „Volkstümlichen Sinfoniekonzerte im Deutschen Opernhause zu Charlottenburg“ und beschafften auf eigene Kosten eine hölzerne Konzertmuschel, die der Bühne eine Konzertakustik verlieh.

    Die Geschichte des Orchesters war und ist auch immer mit der Geschichte Berlins verknüpft. 1925 wurde der Klangkörper das „Orchester der Städtischen Oper“ und zählte zu den Orchestern Groß-Berlins. Am Ende der zwanziger Jahre hatte Berlin wie auch heute durch seine drei Opernhäuser Weltgeltung als Opernstadt.

    Es fanden damals erste Schallplattenaufnahmen unter Ignatz Waghalter und Eduard Mörike statt und Künstler wie Bruno Walter, Paul Dessau, Wilhelm Furtwängler, Leo Blech und Fritz Busch dirigierten das Orchester. 1934, in der Amtszeit des Generalmusikdirektors Artur Rother, gastierte Karl Böhm zum ersten Mal in der Charlottenburger Oper und blieb „seiner“ Berliner Oper über fünf Jahrzehnte verbunden. Besonders in den Opern Mozarts ist seine musikalische Handschrift über Generationen vererbt worden.

  • Krieg: Zerstörung und Neuanfang

    Im Jahre 1943 wurde das Deutsche Opernhaus bei einem Bombenangriff zerstört. Schon im Herbst 1945 durfte das Orchester wieder im damaligen und heute noch bestehenden Theater des Westens mit dem Spielbetrieb beginnen. 1948 wurde Ferenc Fricsay als Generalmusikdirektor gewonnen. Seine Einstudierung des DON CARLOS von Verdi (in der Rolle des Marquis Posa startete Dietrich Fischer-Dieskau seine Weltkarriere) hatte die Musiker restlos überzeugt. 1954 übernahmen Artur Rother und Richard Kraus gemeinsam als Generalmusikdirektoren die musikalische Führung des Hauses. 1961 konnte das Orchester in die Bismarckstrasse zurückkehren und wurde zum „Orchester der Deutschen Oper Berlin“.

  • Große Namen – internationale Anerkennung

    1965 wurde mit Lorin Maazel ein Generalmusikdirektor engagiert, von dem das Orchester entscheidende Impulse erhielt. Karl Böhm, Heinrich Hollreiser und Eugen Jochum verstärkten ihr Engagement an der Deutschen Oper Berlin. Zusammen mit berühmten Gästen wie Herbert von Karajan, Zubin Mehta, Daniel Barenboim, Peter Schneider, Horst Stein oder Erich Leinsdorf prägten sie das Haus an der Bismarckstrasse. Mit Giuseppe Sinopoli trat 1980 ein Dirigent vor das Orchester, der durch seine Einstudierung von MACBETH (Verdi) die Herzen der Musiker im Sturm gewann. Die Chemie zwischen diesem Klangmagier, der auch in den kleinen Nuancen eine unglaubliche Spannung erzeugen konnte, und den Musikerinnen und Musikern des Orchesters stimmte von Anfang an. Einige Maßstäbe setzende CD-Aufnahmen (MACBETH, SALOME, DER FLIEGENDE HOLLÄNDER) sind immer noch Zeugnisse dieser besonderen Zusammenarbeit. Tragisch, dass sein Leben am 20. April 2001, während einer AIDA-Vorstellung, im Orchestergraben der Deutschen Oper Berlin nach einem Herzinfarkt viel zu früh enden musste.

    Nach Lorin Maazel wurde Gerd Albrecht Chefdirigent. Gemeinsam mit Generalintendant Prof. Götz Friedrich, der wie kein anderer bisher die Deutsche Oper Berlin durch seine unvergleichlichen Regieleistungen geprägt hat, begann 1981 Jesus Lopez Cobos seine Tätigkeit als Generalmusikdirektor und übte dieses Amt bis 1990 aus. Vertragsverhandlungen mit Giuseppe Sinopoli scheiterten 1990 und es wurde zunächst Jiri Kout Erster Dirigent der Deutschen Oper. Das Orchester wählte dann Rafael Frühbeck de Burgos zu seinem Chef. Dieser besonders im Konzertbereich sehr versierte Dirigent war von 1992 bis 1997 Generalmusikdirektor.

    Die Tradition der Sinfoniekonzerte des Orchesters war bereits in den frühen neunziger Jahren wieder aufgenommen worden. Das Orchester musizierte sechs Sinfoniekonzerte als Gast im Konzerthaus Berlin oder in der Berliner Philharmonie. In diesen Jahren sicherten Gastdirigenten wie Marcello Viotti, Alberto Zedda, Lothar Zagrosek, Stefan Soltesz, Jiri Belohlavek, Christof Prick, der auch einige Jahre Staatskapellmeister am Hause war, und Lawrence Foster die musikalische Qualität des Orchesters. Horst Stein dirigierte einen triumphalen RING. Ein bemerkenswertes Debüt fand 1992 statt: Erstmals leitete der Berliner Dirigent Christian Thielemann einen in der Rückschau fulminanten LOHENGRIN. Auf Wunsch des Orchesters wurde er von 1997 bis 2004 Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin und Künstlerischer Leiter der Sinfoniekonzerte. Christian Thielemann verdankt das Orchester Opern- und Konzertabende von Weltklasseformat, zu denen Opernfans eigens dafür aus aller Welt angereist sind. Unter Thielemanns Dirigat konnte der Ruf als eines der besten europäischen Opernorchester gefestigt und ausgebaut werden. Besonders in den Werken Richard Wagners und Richard Strauss’ ist Thielemanns interpretatorische Handschrift auch heute noch deutlich zu erkennen. 2004 gab Christian Thielemann sein Amt wegen der finanziellen Ungleichbehandlung des Orchesters der Deutschen Oper Berlin im Verhältnis zur Staatskapelle Berlin auf.

    Kirsten Harms, von 2004 bis zum Ende der Spielzeit 2010/2011 Intendantin der Deutschen Oper Berlin, engagierte zunächst den italienischen Dirigenten Renato Palumbo als Generalmusikdirektor. In dieser Zeit suchte man auch die intensive Zusammenarbeit mit Andris Nelsons, Enrique Mazzola, Yves Abel, Jacques Lacombe und Ulf Schirmer, mit denen große Erfolge gefeiert werden konnten.

  • Beginn einer neuen Ära

    Beim RING DES NIBELUNGEN in der legendären Inszenierung von Götz Friedrich kam es im Februar 2007 zur ersten Begegnung des heutigen Orchesters mit Donald Runnicles. Sowohl das Orchester, als auch Publikum und Kritik waren von dieser beeindruckenden Interpretation begeistert. Für Donald Runnicles sprachen bei der Wahl zum Generalmusikdirektor neben seiner enormen Erfahrung und seinen Erfolgen an führenden Opernhäusern Europas auch die Fähigkeit, musikalisch »zaubern« zu können. In seinen Jahren als Chefdirigent der San Francisco Opera hat er dieses Opernhaus zu Weltruhm geführt und ein vielschichtiges Repertoire erarbeitet. Dies wird in Zukunft dem Orchester der Deutschen Oper Berlin neben dem Kernrepertoire (Wagner, Strauss) die musikalische Neudeutung der Werke anderer europäischer Komponisten (Debussy, Britten, Berlioz) ermöglichen. So ist es als Glücksfall zu bezeichnen, dass Donald Runnicles seit 2009 auf Wunsch des Orchesters der Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin ist. Seine Kontinuität, seine Präzision in Proben und Aufführungen und die Fähigkeit, »sein« Orchester zu Farbenreichtum und Klangdifferenzierung zu inspirieren, sind der Garant dafür, dass die herausragende Qualität des Orchesters der Deutschen Oper Berlin auch in Zukunft erhalten bleibt und weiter entwickelt wird.